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Zu Besuch bei Czerka (SW:ToR Patch 2.3: Titanen der Industrie)

Seit dem 6.August 2013 dürfen creditversierte Helden der Stufe 55 vom Imperium und der Republik sich im neuen Daily-Gebiet, dem Mond "CZ198", herumtreiben und müssen sich mit wildgewordenen Robotern, missliebigen Czerka-Angestellten und vor allem ein bisschen anders ausgefallenen Experimenten auseinandersetzen.
Visuell gewohnt üppig ausgestattet, macht das neue Gebiet auf den ersten Blick einen guten Eindruck:

 Der Industrietitan Czerka Corporation hat sich nicht lumpen lassen - vergleicht man diese Gebäude mit den sonstigen Industrie-Einrichtungen der SW:ToR-Galaxis.
Hübsche Statuen, bunte Holo-Bäume, überall alles sauber und ordentlich, da könnte man Czerka doch glatt für den Arbeitgeber des Jahres halten, oder?

Aber sobald es dann in die Tiefen der jeweiligen Gebäudekomplexe geht, hört der Spaß auch ganz schnell auf. Vier Aufgaben können täglich angenommen werden, die beiden [Helden: 2+]-Flashpoints kann man zwar täglich im Story- und schweren Modus absolvieren, zählen aber nur einmal in den wöchentlichen Quest-Erfolg hinein.

Hier gibt es kaum wirkliche Abwechslung vom üblichen MMO- "Sammel hiervon Menge X" oder "Töte hiervon Menge Y"-Allerlei, wem diese Questtypen nicht gefallen, wird auch mit den neuen Dailies trotz hübsch gestaltetem Questgebiet keine allzu große Freude haben. Nur die Quest "Antitoxin-Akquise" erfordert ein bisschen Hirnschmalz beim ersten Versuch - aber auch nur dann.

Diese Quests erwarten einen auf imperialer Seite auf dem Czerka-Mond (habe keinen Republik-Charakter von Stufe 55, also kann ich dafür nicht sprechen):

[Daily] Droidenzerlegung (5 Droidenbehälter zerstören)
[Daily] Personalkürzung (35 Czerka-Angestellte eliminieren, auch Droiden zählen!)
[Daily] Dein und mein (8 Kolto-Behälter zerstören, 8 Biotoxine sammeln)
[Daily] Antitoxin-Akquise (Antitoxin beschaffen)
[Weekly] Flashpoint [Helden 2+]: Die Czerka-Unternehmenslabore (FP abschließen)
[Weekly] Flashpoint [Helden 2+]: Czerka-Kernschmelze (FP abschließen)

Für die Daily-Quests erhält man jeweils eine grüne Ruf-Marke (+275 Ruf) und jeweils zwei einfache Auszeichnungen, für die abgeschlossene Weekly eine lila Ruf-Marke (+1584), 12 Elite-Auszeichnungen, 20 einfache Auszeichnungen und einen lila Artefakt-Container mit einem Ausrüstungsgegenstand für Stufe 55. Insgesamt verdient man bei allen vier Dailies 36.666 Credits pro Tag, für die Weekly erhält man 15.714 Credits.

Die beiden Flashpoints erzählen etwas vom Story-Background des Czerka-Mondes: Während man sich bei "Czerka-Unternehmenslabore" durch Sicherheitsdroiden, loyale Angestellte und die Ergebnisse erschreckender Experimente schnetzeln muss, sind die Gegner bei "Czerka-Kernschmelze" vor allem Droiden und weitere Experiment-Ergebnisse. Für Plünderer sind die beiden Czerka-Flashpoints das reinste Vergnügen, das hohe Aufkommen 'silberner', also plünderbarer Droiden verspricht reiche Metall- und Gemische-Ernte, eine entsprechend geduldige Truppe vorausgesetzt.
Hier trifft auch die Bezeichnung 'Helden 2+" zu - getestet haben wir das in unserer Gilde mit einem 55er-Juggernaut-Tank mit normalem Artefakt-Equip und einem 55-Sabo-Heiler, ebenfalls Artefakt-equippt. Die Gefährten können hier die fehlenden Gruppenmitglieder gut ersetzen, wobei man natürlich mit 'voller' Spielerbesetzung schneller durch die Flashpoints kommt.

Gerade bei den "Czerka-Unternehmenslaboren" haben mir die gut dekorierten Räumlichkeiten gefallen - sowohl die Büroräume als auch die Laboreinrichtungen ließen die richtige Stimmung aufkommen. Die Bosse sind von ihren Fähigkeiten her glücklicherweise unterschiedlich gestaltet, aber nicht undurchschaubar, was bei "Czerka-Kernschmelze" hilft, sich keine endlosen Kämpfe zuzumuten. Demnächst werden wir den schweren Modus der Flashpoints angehen, aber die bisherige faire Gestaltung lässt mich hoffen, dass die schwierigere Version dennoch schaffbar sein wird. Auch wenn mein genereller Eindruck des Czerka-Mondes gut ist, kann ich doch nicht aus vollem Herzen jubeln - und das liegt an einem meiner Ansicht nach grundlegenden Gestaltungsfehler des Spieles an sich.

Es ist diese eine Sache, die mich abends immer wieder mit den Zähnen knirschen lässt und bei der ich den Entwicklern am liebsten ein lautes "OCH MÖNSCH, KINNERS, DAS GEHT DOCH AUCH ANDERS!" zurufen möchte. Das Problem liegt am ewigen Kampf um die  Ressourcen. Will man also  eine Quest wie "Dein und mein" lösen, muss man 8 verschiedene Kolto-Tanks zerdeppern und von 8 verschiedenen Biotoxin-Kapseln etwas einsammeln. Dabei ist es absolut egal, WER den entsprechenden Questgegenstand angrabbelt, um ihn zu nutzen. 
Während man also selbst gerade mit der eigenen Gruppe dabei ist, die störenden Mobs vor den Questgegenständen wegzukloppen, scheint es Sport geworden zu sein, an den Kämpfenden vorbeizurennen und sich ohne Mühe deren Questitems wegzuschnappen. Die kämpfende Gruppe kann diesen Gegenstand danach nämlich nicht mehr nutzen und muss woanders hin oder auf den Respawn warten... dasselbe erwartet einen auch beim "Czerka-Angestellte umhauen" und "Droiden-Container zerstören".

Ist ein Questgebiet einigermaßen weitläufig, ist das alles nicht so ein riesiges Problem, weil die Spieler- Gruppen automatisch durch die Entfernungen zwischen den einzelnen Aufgaben auseinander gezogen werden. Ist das Questgebiet allerdings so kompakt wie auf dem Czerka-Mond, wird man zur Hauptspielzeit zuerst irre von den Dutzenden durcheinander wuselnden Spielern und dann irgendwann agressiv, wenn der nächste Ninjalooter sich die Ressource schnappt, um die man gerade mühsam kämpfte.
Wir haben uns zwar inzwischen angewöhnt, bei einem Gruppenausflug den Tank die Mobs binden, und die Questgegenstände von einem Gruppenmitglied zumindest antatschen zu lassen, damit andere Gruppenmitglieder in Ruhe looten können, aber eigentlich macht diese Hetze nicht wirklich Spaß.

Dabei zeigt eine andere Branchengröße, dass es so viel einfacher sein könnte: Bei "Guild Wars 2" gelten Ressourcen- und Questitemspawns grundsätzlich für jeden gleichermaßen und sind auch dann noch abbaubar für andere, wenn man selbst schon fleißig den jeweiligen Spot genutzt hat. Greift man bei GW2 einen Mob an, mit dem ein anderer Spieler bereits kämpft, erhalten beide (!) Erfahrungspunkte und Loot für einen erfolgreichen Kampf. Das unterstützt auch gegenseitiges Helfen und 'auf Spots aufmerksam machen' vollkommen fremder Spieler.
Bei SW:ToR wie auch WoW ist es ein ewiges 'ich muss schneller sein als der andere, sonst bekomme ich selbst nichts'-Gerenne, selbst die Spieler der eigenen Fraktion werden schnell zum Störfaktor. Muss das wirklich sein? Ich halte diesen ewigen Wettbewerb für ein längst überholtes Konzept, aber leider muss ich mich damit bei SW:ToR noch abfinden. 

In diesem Sinne: Wir sehen uns bei Czerka! Und wehe, ihr lootet mir meine Biotoxine weg ... ;)
Danke übrigens an Vrynasha und Tharnur für's Modellstehen!
[Bild 1: Außenansicht Czerka-Gebäudekomplex, Bild 2: Innenansicht imperiales Spieler-Einkaufsgebiet Czerka-Gebäudekomplex, Bild 3: Daily-Questgebiet für die Quest "Droidenzerlegung", Bild 4: Innenaufnahme Flashpoint "Czerka-Unternehmenslabore", Bild 5: Bosskampf Rasmus Blys im Flashpoint "Czerka-Unternehmenslabore"]

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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