Media Monday

Media Monday #134

Es ist wieder Montag, und damit Zeit für den Media Monday vom Medienjournal. Dieses Mal steht der Media Monday ganz im Zeichen der Oscars und einigen Gedanken über starke Frauen im Film. Meine Antworten sind fett und kursiv formatiert.

Die Fragen:
1. Was haltet ihr von den zahllosen Oscar-Artikeln und Prognosen, die derzeit wieder allerorten aus dem Boden schießen? Nett, unnötig, egal, spannend?
Ehrlich gesagt geht der Oscar-Hype an mir immer ziemlich weit vorbei. Ich klebe in der Oscar-Nacht nicht am Fernseher, ich lese keine Oscar-Artikel und finde diesen ganzen Zirkus auch eher unspannend. Bin wohl einfach nicht die passende Zielgruppe für diesen ganzen Star-Rummel, bei dem letztendlich genau so viel Aussagekraft besteht wie bei Politikern im Wahlkampf, nur mit mehr Glamour. Das einzig Gute am Oscar sind die Überraschungssieger, Filme, auf die ich selbst wohl nie gestoßen wäre, die aber immer wieder aufs Neue bereichern.

2. Aber die Oscars sind ja auch immer noch mal ein Rückblick auf das vergangene Jahr und ich denke, wir haben alle so einige Filme konsumiert. Welcher Film, den ihr im letzten Jahr geschaut (!) habt, meint ihr, hätte das Zeug zum Kultfilm?
Ganz klar Django Unchained. Der hatte einfach ein sehr gutes Gesamtpaket trotz Tarantinoesquem Blutbad. Gute Schauspieler, gute Story, Wortwitz, seltsames Geschehen, rasantes Voranschreiten der Story, klare Polarisierung. Ich bin mir sicher, den werden die Leute auch noch in zehn Jahren angucken, sich über den schaukelnden Zahn auf dem Wagen von Doc Schultz schieflachen und mit Django mitleiden und mitfiebern.

3. Und dann bitte noch eine Empfehlung: Der ideale Anti-Schlechte-Laune-Film ist American Pie, weil diese durchgedrehten Highschool-Jungs und ihre Versuche auf dem Weg, eine Frau herumzukriegen, auch nach mehr als zehn Jahren zum totlachen sind. Keiner der nachfolgenden Teile ist so ein 'rundes' Gesamtpaket wie der erste.

4. Das Thema Comics hatten wir auch schon länger nicht mehr: Habt ihr euch vorgenommen, in der Richtung im noch jungen Jahr etwas zu lesen? Natürlich wenn ja was, wenn nein, warum nicht?
Ich werde mal wieder die "A Distant Soil"-Reihe von Colleen Duran aus meiner Sammlung herauskramen und gemütlich zu Gemüte führen. Dabei faszinieren mich immer wieder die Zeichnungen am meisten - okay, die Story ist auch in Ordnung, aber gegen ihre sauberen Linien und die fließenden, weichen Formen ist die Story nur eine Rahmenhandlung. Wirklich ein ganz tolles S/W-Comic, in das ich mich immer wieder vertiefen könnte, und das mich in meiner eigenen zeichnerischen Entwicklung sehr geprägt hat. Traurig, dass sich noch kein deutscher Verlag daran versucht hat!

5. Eine Frage zum Thema Umzug fällt mir doch schon ein, weil das heute bei uns aktuell war: Was ist die eurer Meinung nach sinnvollste Art, die eigene Film- und Büchersammlung zu sortieren?
Ich sortiere immer nach Themen. Bei DVDs haben wir eine Historienecke, in der die ganzen Serien wie ROME, Tudors,etc. stehen, eine Thriller-Ecke mit den Bond-Filmen und ähnlichem und so weiter. Bei meinen Büchern sortiere ich ebenso nach Reihen/Autoren (ein Regal Agatha Christie, ein Regal George R.R.Martin, etc.) und natürlich nach Vorliebe und - es klingt jetzt blöd - nach der Schönheit der Buchrücken. Meine total verratzten Uraltdinger sind nicht auf Besucher-Augenhöhe :D

6. Und dann noch was zum Thema Emanzipation: Ich habe in letzter Zeit immer wieder gelesen, wie schlecht Frauen grundsätzlich in den meisten Filmen wegkommen und das sie kaum sinnvolle Rollen haben, bedeutend weniger Dialoge und wenn doch, dann meistens über die Hauptfigur, die natürlich meistens männlich ist. Nennt doch mal als Gegenbeispiel eine richtig starke, charakterlich ausgearbeitete, überzeugende und eigenständige Frauenfigur in Film oder Fernsehen.
Da gibt es einige, aber viele dieser Filme sind schon ein wenig älter: Elisabeth (mit der fabulösen Cate Blanchett), Lara Croft (Angelina Jolie), die Millennium-Trilogie (Noomi Rapace) lebt geradezu von Lisbeth Salander und ihrer Persönlichkeit, die weiblichen Hauptpersonen bei ROME, Downton Abbey und Die Tudors - alles starke Frauen, ohne die das Ganze keinesfalls dasselbe wäre oder nicht existieren würde.
Was mir allerdings gerade bei Hollywood-Produktionen sehr auffällt, ist die derzeit herrschende Tendenz, eine exzentrische Männer-Hauptrolle vorzugsweise mit weiblichen, starken Nebenrollen zu umgeben (Iron Man, Sherlock Holmes..). Filme mit weiblichen Hauptfiguren, die nicht irgendwie durch eine männliche Hauptrolle begrenzt werden, sind selten, als würde man sich nicht mehr an derlei herantrauen. Was mich erstaunt, denn recht viele TV-Krimi-Serien leben geradezu von ihrer starken weiblichen Hauptrolle (The Closer, Body of Proof, Bones, Revenge) - aber auch da teilen sich die Frauen meist ihren Platz mit einem oder mehreren männlichen Charakteren. Es scheint, als hätten starke Frauen nur in Krimis oder historischen Stories überhaupt eine Chance.

7. Meine zuletzt gesehener Film war James Bond 007 - Feuerball und der war wie immer sehr spaßig, weil der Connery-Bond in Badehosen definitiv was fürs Auge ist. Und wenn wir diese Woche schon beim Thema Oscars sind: Dieser Bond-Film erhielt als zweiter der Reihe eine der begehrten Trophäen, nämlich für die besten visuellen Effekte. Definitiv gerechtfertigt, wenn man an die vielen Unterwasserkämpfe denkt, die damals in der Kinolandschaft ihresgleichen suchten.

Und das war's auch wieder - jetzt bin ich auf eure Meinungen gespannt :) wer wird für euch der nächste Kultfilm?

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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4 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. 100 Punkte für die Antwort bei Punkt 1 :)
    Cate blanchett ist eine gute Wahl bei Punkt 6.

    Die alten Bond-Filme sind immer noch die Besten ;)

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  2. Ich bin immer wieder fasziniert, wieviele Leute auf dieses Oscar-Ding abfahren. Habe mir das einmal angeschaut und es war so elends dröge, dieses gekünstelte, in die Länge gezogene 'wer hat gewonnen' Ding - so gar nicht meins. Aber ich kann nachvollziehen, dass es für die Branche auch wichtig ist, sich selbst ein bisschen zu zelebrieren. Der Glamour zieht eben viele Leute an.

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  3. Je öfter ich Django Unchained lese, desto öfter beschleicht mich das Gefühl, dass da etwas dran ist ;) Hatte den Film irgendwie vergessen.

    Bei mir ist es Gravity geworden: http://www.filmverliebt.de/media-monday-134/

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  4. Hmmm ich sehe schon, ich sollte "Gravity" doch mal anschauen - der ist bei mir total vorbei gegangen letztes Jahr. Habe ihn jetzt auch auf diversen Listen gesehen ... ;) nur in 3D wird jetzt bisschen schwierig ...

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