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Let's do the Timewarp again - SW:ToR-Erweiterung "Knights of the Fallen Empire"


Momentan schwanke ich zwischen zwei Extremen: YAY! dafür, dass es recht bald (im Oktober) eine neue SW:ToR-Erweiterung geben wird. NAY! deswegen, weil die ganze Storyline, wie schon bekannt gegeben wurde, einen Zeitsprung von fünf Jahren in die Zukunft unternehmen wird. 
Was für uns SW:ToR-Rollenspieler bedeutet, dass wirt uns entweder anpassen und diesen Timewarp mitmachen, oder aber jeder sein eigenes Ding zusammenfrickelt und die ohnehin schon eher kleine und recht verstreute Community noch mehr an vielen Ecken und Enden ihr eigenes Ding macht und die gemeinsamen Anknüpfungspunkte immer geringer werden.

Generell herrscht ja jetzt schon das Problem, dass man die Klassenstory nicht ins RP importieren kann - sonst bestünde die SW:ToR-Rollenspiel-Welt aus einer sehr sehr großen Menge Darths, die im Rat der Sith sitzen oder tausenden Jedi-Rittern, die mal den Imperator getötet haben. Wir spielen bereits mit einer Art Spielrealität, bei der bestimmte unrealistische Aspekte ausgeklammert werden müssen, damit das große Ganze funktionieren kann.


Entwicklungen wie der Kampf gegen Revans Truppen oder die Zerstörung Ziosts, wie sie in den letzten Addons erzählt wurden, sind dennoch in das RP mit eingeflossen und haben die Geschicke der Charaktere bestimmt. Wie aber erklärt man eine fünf Jahre andauernde Lücke, in der sowohl das Imperium als auch die Republik von einem neuen gemeinsamen Feind, dem Zakuul-Imperium, zerstört werden? Das führt militärische Gildenkonzepte von ihrem Platz innerhalb eines Gefüges in Richtung Rebellen, die versuchen, den Kopf gegen einen übermächtigen Feind oben zu halten.
Generell ein reizvolles Szenario, doch wird uns durch den Zeitsprung auch die Chance genommen, die Entwicklung von den 'rechtmäßigen' Ausführungsorganenen des jeweiligen Systems hin zu den Rebellen auf der Flucht zu spielen, die ja sehr viel spannendes RP bergen dürfte.

In der Storyline macht es sich Bioware denkbar einfach: Der Spielercharakter wird karbonisiert und erwacht eben fünf Jahre später in einer ganz anderen Welt, in der er erst einmal zurecht kommen muss. Was für den einsamen, tollen Helden funktioniert, wird aber spätestens dann schwierig, wenn man eine ganze Militäreinheit durch die Zeit bewegen müsste.
"Wir wurden da mal zufällig alle eingefroren" ist einfach so eine verdammt schlechte Erklärung. Gerade wenn man einen Charakter in einem klar umrissenen Gefüge spielt, braucht es eine glaubhafte Lösung für alle Charaktere gleichermaßen. Ich muss gestehen, ich fände eine "Battlestar Sturmregiment"-Variante ziemlich spannend, bei der wir auf unserem Terminus-Zerstörer durch die Galaxis fliegen, mit Versorgungs- und Zusammenlebensproblemen zu kämpfen haben. Vielleicht auf Raumschiffe alter Feinde oder Verbündeter treffen - aber auch da klafft eine Fünfjahreslücke, bei der ich eigentlich lieber eine Entwicklung zu Punkt X hin spielen würde als das Endprodukt derselben.


Für meine Charaktere sehe ich es sehr differenziert: Lieutenant Lienas van Ardens Schicksal und Geschichte wird sich an die gemeinsame Entwicklung innerhalb der Gilde anpassen - sie war immer als Teil der Gilde gedacht und wird auch so gespielt, dass die Umgebung, das Geflecht dessen, was sie umgibt, für den Charakter grundlegend wichtig ist. 
Ebenso Private Caenna Sol, die auf republikanischer Seite dasselbe hat - eine kleine Einheit miteinander verschworener Spezialsoldaten.
Mein Jedi hat es da leichter - er hat keinen Padawan, und er könnte ohne Schwierigkeiten mal fünf Jahre irgendwo unterwegs sein, ohne dass sein Verschwinden oder die Reise besonders viele Auswirkungen auf seine Umwelt hätten. Alle anderen Charaktere sind mehr oder weniger Teil ihrer Umgebung - auch da kann ich anpassen, ohne dass zuviele logische Brüche entstehen, da sie niemandem verpflichtet sind und dann doch mehr Freigeister sind als verschworene Loyalisten.

Dennoch, das Grundproblem bleibt: In fünf Jahren kann viel passieren. Das entweder im Zeitraffer zu spielen oder nur noch als Erinnerung im Charaktergedächtnis zu bewahren nimmt viele Möglichkeiten der Charakterentwicklung. Und glücklich bin ich darüber nicht - mal sehen, wie sich die Gilden insgesamt entscheiden werden, wie man mit diesem Zeitsprung umgehen wird. Bis dahin halte ich mir alle Optionen offen und hoffe einfach auf gutes Rollenspiel. Und ihr?

Wer den Trailer noch nicht kennt, sollte hier mal einen Blick riskieren - denn episch klingt das Ganze schon. Nur eben - unpraktisch für Rollenspieler. ;)


Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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