Buch

Bücher klauen? Geht gar nicht!

Geiz ist geil, sagt uns schon die bekannte Werbung einer Elektromarktkette. Ein Motto, welches sich leider eine Menge Leute vereinnahmen, wenn es darum geht, sich neuen Lesestoff zu beschaffen. Es gibt schließlich eine recht große Variation an Downloadseiten, bei denen man im Zweifel nur ein paar Clicks von der begehrten Lektüre entfernt ist. Dann mal flugs nach dem bevorzugten Autor gesucht, den Mauszeiger auf 'download' bewegt und fertig ist der Lack. 
Das Internet macht es einem inzwischen sehr leicht, sich im digitalen Angebot zu bedienen, seien es nun eBooks, Hörbücher, Games oder sonstige Software auf illegalen Downloadseiten. Aber dass man leicht daran kommt, heisst nicht, dass man sich das Ganze auch auf diese Weise besorgen muss.

Ja klar, auch eBooks kosten Geld. Das ist das Hauptargument der Leute, die sich auf dem freien Bücherbuffet so überreichlich bedienen, eben dass sie sich die Preise der Verlage nicht leisten können. Angesichts der aktuellen Preispolitik so mancher Neupublikation sogar ein bisschen nachvollziehbar - immerhin ist die Verlagsangsage, warum neu erschienene Hardcover um die 20€ kosten sollen, immer mit Druck, Lagerung, Vertrieb und so weiter begründet worden. Das gleichzeitig ebenfalls erscheinende eBook zum Hardcover schlägt dann ganz gerne mit dem Taschenbuch-Vollpreis zu Buche.
Nicht wirklich erkenntlich, wo hier Druck und Lagerung und Lieferung drinstecken sollen, aber für Verlage eine gute Gelegenheit, ohne nennenswerten Mehraufwand so einige Euros zu verdienen. Denn in der Regel sehen Autoren vom Erfolg ihrer Bücher maximal 10% des Verkaufspreises, der Rest geht an den Verlag.
Aber: Diese Form von Preispolitik muss man als Kunde schließlich nicht dadurch mitmachen, dass man ein neues Buch direkt nach Erscheinen kauft - meist sinkt der Preis nach einiger Zeit, sobald der Erscheinungshype mal 'durch' ist. Oder man wartet auf eine Preisaktion, die es gerade bei Amazon öfter mal gibt.

Und Self-Publisher bepreisen ihre Bücher selten auf Verlagsniveau, sondern starten im günstigen 0,99€-Segment. Auch beliebte Frauenroman-Reihen wie die Bücher von Poppy Anderson werden mit 3,99€ als Maximalpreis verkauft. Selbst für einen blöden Kaffee bei Starbucks bezahlt man mehr - und von dem hat man nach dem Trinken nichts mehr ausser einem Pappbecher, den man in den Müll werfen muss. Ein Buch jedoch kann man so oft lesen, wie man will! Wenn ich bedenke, wie oft ich meine Lieblingsbücher im Laufe meines Lebens schon gelesen habe, rentiert sich die Ausgabe auf jeden Fall.

Die Selbstverständlichkeit, mit der manche Leute ihren virtuellen Bücherschrank für lau füllen, kann ich nicht verstehen. Wenn man schon vor Erscheinen neuer Bücher eines bestimmten Autors die Meldungen auf Downloadseiten sich stapeln sehen kann, wann endlich das neue Buch zum Download verfügbar ist, muss man sich doch fragen, was hier eigentlich falsch läuft. Denn der Autor macht alles richtig - er oder sie schreibt Bücher, die Leute lesen wollen, die sogar wild darauf sind, die Neuerscheinung endlich in die Hände zu bekommen!
Sind diese Autoren Self-Publisher, dann kümmern sie sich auch noch darum, dass ihr Buch lektoriert wird, dass es ein schickes Cover erhält, generell ein schönes Gesamtprodukt wird. Das heisst auch, dass der Self-Publisher durch die ganzen Ausgaben, die er tätigt, mit mehreren hundert Euro weit in Vorleistung geht, welche noch zur reinen Schreib-Zeit hinzu kommen. 

Umgelegt auf die Welt ausserhalb des Buchmarktes wären diese gierigen eBook-Downloader Leute, die sich in ein hippes Restaurant setzen, irgend etwas von der schicken Karte bestellen, um endlich mal das tolle Essen des Kochteams kosten zu können - und dann nach genossenem Abendessen einfach aus dem Laden schlendern und die Zeche prellen.
Wem würde es denn heute einfallen, in den Supermarkt zu gehen, den Einkaufswagen vollzuladen und dann durch die Hintertür zu verschwinden, weil man den Umweg über die Kasse scheut? Denn dass das Diebstahl ist, dürfte jedem bewusst sein. 
Wir kämen auch nicht auf die Idee, unser Auto zur Reparatur zu geben und dann mit der aufgemöbelten Karre vom Hof zu fahren, ohne die Rechnung zu begleichen. Und wer geht schon in einen Buchladen, nimmt ein Buch aus dem Regal und erklärt dem Buchhändler rotzfrech, dass er dieses Buch nun kostenlos mitnimmt, weil er die Preispolitik der Verlage beschissen findet?

Nur die Anonymität des Internets bietet die Möglichkeit, sich mit Fünf-Finger-Rabatt so überreichlich zu bedienen, denn die Geschädigten sind ja nur Namen, irgendwelche Pixel oder Bilder. Man muss dem Beklauten nicht direkt ins Gesicht blicken, wenn man ihn um seinen Verdienst prellt, man ist nicht gezwungen, aufwendige Sicherheitsmaßnahmen zu umlaufen, man macht sich keine Gedanken um die Strafbarkeit des eigenen Tuns, weil es gefühlt sehr einfach ist, sich die begehrte Ware zu beschaffen.
Dass inzwischen sogar Dienstleister-Modelle existieren, deren Job einzig und alleine darin besteht, für Autoren Links in Downloadportalen zu ihren Werken zu verfolgen und diese bei den entsprechenden Downloadhostern als illegale Downloads zu melden, sagt schon einiges über die allgemeine Bedienmentalität bestimmter Menschen aus.

Ich weiss sehr gut, wie es ist, mit wenig Geld auskommen zu müssen - aber auch wenn man nicht viel hat, muss man nicht andere, die von ihrer Arbeit leben wollen und kreativ tätig sind, um ihren Verdienst prellen und diese dann in eine Lage bringen, in denen sie ebenfalls mit wenig Geld nach getaner Arbeit dastehen. Wenn man ein bisschen mit dem Geld haushaltet und nicht sofort auf jeden Hype-Train aufspringt, kann man sich auch etwas leisten. Vielleicht nicht so viel wie andere Leute, aber es ist möglich. Nicht zuletzt gibt es inzwischen beispielsweise bei Amazon eine Leseflatrate, bei der man für zehn Euro im Monat unlimitiert Bücher ausliehen und lesen kann. Oder man überlegt genau, was einem wichtig ist - die nächste Schachtel Kippen in die Luft zu blasen, oder sich einen bleibenden Wert von jemandem, der für seine Passion lebt, zu kaufen.
Darum geht es nämlich vor allem - dass jemand sein Herzblut in das steckt, das ja offensichtlich beliebt genug ist, sehr schnell in einer Tauschbörse aufzutauchen und von hunderten, tausenden Menschen heruntergeladen wird. Dafür haben die Autoren ganz sicher mehr Wertschätzung in Form klingender Münze verdient. Denn nur, wenn sie von ihrem Verdienst leben können, gibt es neue Bücher ...

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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15 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. Zwar stimme ich dem Fazit der Autorin im letzten Satz zu, aber ich finde es sehr schade, dass die Argumentation (eBook Download ist Diebstahl) viele wichtige Punkte verfälscht und recht einseitig darstellt und leider auch zuwenig Informationen über die Hintergründe bringt, die das Problem leider auch verschlimmern anstatt zu verbessern.

    Es wäre auch zielführender, wenn man klar die Rollen der Beteiligten (Autoren, Verlage, Distributoren und Leser) aufzeigt, dann wird einem schnell klar, dass da sehr unterschiedliche Interessen vertreten sind.

    Wer stärker in das Thema einsteigen will, dem kann ich nur "Mashup - Lob der Kopie" von Dirk von Gehlen und "Information doesn't want to be free" von Cory Doctorow empfehlen. Und natürlich "The Art of Asking" von Amanda Palmer.

    Hier mal ein paar Punkte, über die man nachdenken sollte:
    1. Natürlich sollten Autoren für ihre Werke bezahlt werden können. Wie das aber geschieht, das wird sich zeigen. Illegale Downloader hin oder her, historisch gesehen sind Verlage ziemlich gut darin, dafür zu sorgen, dass man mit Autoren Geld verdienen kann.
    2. Buchpreisbindung bei eBooks: Das Argument, das Gloria anbringt, gilt leider nicht für deutsche eBooks. Diese können erst im Preis angepasst werden, wenn eine neue Ausgabe kommt (das gilt für Verlage, die rechtliche Situation bei Self-Publishing-Autoren ist etwas verworren).
    3. Kopierschutz/Rechtlicher Status von eBooks: Hier müsste man auch dringend nachbessern, denn derzeit können gekaufte eBooks nicht weiterverkauft werden, zu dem ist es in Deutschland illegal, den Kopierschutz zu entfernen. Aber wenn ich von meinem Kindle auf einen anderen eReader umsteigen möchte, kann ich meine gekauften eBooks dort legal nicht mehr verwenden. Und wie sieht es mit vererben aus? Derzeit ist man hier auf die Kulanz der Unternehmen angewiesen.

    Ich würde die Diskussion gern etwas anders führen: Wie kann man
    a) als Autor eine Beziehung zu den eigenen Fans aufbauen und ihnen dadurch ermöglichen oder sie ermutigen, Geld zu geben (der Amanda Palmer weg),
    b) welche anderen Geschäftsmodelle gibt es, die man nutzen könnte (Kickstarter, Patreon etc, das Ransom Modell von Greg Stolze...) und
    c) Wo steht unseres jetzigen System der Kreativität oder auch dem Geldverdienen im Weg (Mashups, Fan Fiction, Shared Worlds)

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    1. Hui, so viele Gedanken - danke für das Feedback, Tim. Aber dieser Artikel ist kein Sachartikel über eBook-Diebstahl und Alternativ-Verdienstmodelle, sondern ein Rant, ein griffiges Aufregen über eine Angelegenheit, die gerade Self-Publisher, bei denen kein Verlag dahintersteckt und die Hand aufhält, am stärksten trifft.

      Es gibt für mich schlicht kein Argument, mit dem es legitimiert wird, einen Self-Publisher, egal ob bekannt oder unbekannt, um 0,99€ bis 3,99€ zu prellen - hier verdient kein Verlag auch nur einen Cent, maximal die Anbieterplattform erhält für die Bereitstellung einen Anteil, das Gros an Verdienst geht an den Autor, der das Geld bei geklauten Downloads nicht sieht.
      Offensichtlich haben Self-Publisher-Autoren eine Menge 'Fans' - denn die vielen Downloads kommen ja nicht, weil jemand die Bücher des entsprechenden Autors nicht mag, sondern weil er/sie diese gut findet - nur sind eben diese 'Fans' nicht bereit, etwas für ihr Freizeitvergnügen zu bezahlen. Auch als Illustrator begegne ich oft dem 'och, das macht Dir doch Spaß, also kannst Du für mich unentgeltlich zeichnen' Gedanken - das ist dieselbe Grundhaltung in Grün. Komm mit dieser Argumentation mal dem Supermarktbesitzer und er lacht Dich aus. Oder dem Vermieter. ;)

      Diese Diskussion sollte, wenn man sie denn führen möchte, auch den Gedanken beinhalten, warum dem Gros der Menschen heutzutage eine kreative Leistung offensichtlich kein Geld wert ist, man aber für alltäglichen Konsum massenhaft Geld rauswirft, ohne mit der Wimper zu zucken.

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    2. Ein paar kritische Anmerkungen.
      Das mit der Buchpreisbindung hast du falsch verstanden. Das Gesetz besagt nur, dass ein Buch überall gleich viel kosten muss. Im Fall eines Ebooks bedeutet es, dass im Fall einer Preisänderung diese überall zu gelten hat. Das geschieht in der Regel über das VLB oder den Distributor. Es hat nichts mit einer neuen Ausgabe zu tun.

      Was den Kopierschutz angeht, so verzichten inzwischen die meisten Verlage darauf. Ein Weiterverkauf von Ebooks würde jedoch zwangsweise ein Form von DRM erfordern. Da sonst jeder beliebig viele Kopien des Werks unter dem Vorwand es wären "Weiterverkaufte Exemplare" anbieten könnte. Sorry, aber das wäre eine Einladung zum Diebstahl, da es keine brauchbare Möglichkeit gibt, echte Wiederverkäufer von Betrügern zu unterscheiden.
      Dazu kommt, das Ebooks beim Lesen keiner Alterung unterliegen. Sprich ein Ebook kann beliebig oft weiterverkauft werden, während ein normales Buch nach 3-4 Lesezyklen einfach nicht mehr verkäuflich ist.

      Was die alternativen Geschäftsmodelle wie Patreon angeht, so ist die für Autoren kaum realisierbar, da Schriftsteller andere Produktionszyklen haben. Und anders, als bei Musik/Bilder/Videokünstlern sieht man das Ergebnis ihrer Arbeit eben nicht sofort.

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  2. Es gibt einen Satz in "The Art of Asking", der mir im Gedächtnis geblieben ist und dem ich mich 100% anschließe: Wenn du an einem Straßenkünstler vorbeigehst und der es schafft, dass du stehen bleibst und ihm lauscht, schulder ihr was.

    Und so sehe ich es auch bei eBooks etc... Solange ich mir das Zeugs nur zusammensuche, und nichts damit mache, habe ich kein großes Unrechtsbewusstsein. Aber wenn ich es nutze und gut finde, dann stehe ich in der Schuld des Autors und fühle mich verpflichtet, das wieder auszugleichen.

    Eine kreative Leistung an sich ist erst mal nix wert (Das Musizieren des Straßenkünstlers). Aber wenn die Kreative Leistung einen Nutzen, also einen Wert für mich hat, gilt das nicht mehr. Dann sollte man so ehrlich sein und den Wert anerkennen. Ich kann zwar so ziemlich alles von Eclipse Phase im Netzt kostenlos runterladen, aber ich habe dennoch fast alle Bücher auch gekauft, einfach weil ich gut finde, was die tun.

    Letztendlich bestimmen wir mit dem Geldbeutel auch, in welcher Welt wir leben möchten und welche Produkte es geben soll.

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    1. Nunja, das 'am Straßenkünstler vorbeigehen und nur mal gucken' ist durch einen "Blick ins Buch", den die meisten Distributionsplattformen kostenlos und simpel bieten, denke ich gegeben. Wenn Du nach den ersten zwei, drei Kapiteln nicht gefesselt bist, würdest Du auch im Buchladen ein Buch nicht mitnehmen, oder?
      Oder würdest du es in deine Tasche schieben und klauen, damit Du es hast, obwohl es Dich nicht interessiert? Warum ist die Arbeit eines Kreativen, der auch Zeit und Arbeit reinsteckt, initial so viel weniger 'wert', warum muss sie Dich 'überzeugen'? Trägst Du einen Schuh auch erstmal mehrere Wochen Probe, um zu sehen, ob er Dir passt, und bezahlst ihn dann? Dieses 'ich nehms mal mit' Modell geht hauptsächlich zu Lasten der Erschaffer - und kein Unrechtsbewusstsein können sich nur diejenigen leisten, die auf andere Weise ihr Geld verdienen. Ich weiss nicht, was Du arbeitest oder wie Du Dein Leben finanzierst, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Du für Arbeit, die Du leistest, egal ob sie langfristig für jemand anderen nützlich ist oder nicht, Geld sehen willst.

      Bei Autoren entscheidet der finanzielle Erfolg darüber,ob er seinen Job weiterhin ausüben kann, der zahlende (!) Kunde entscheidet also darüber, ob er seinen 'Job' behält oder nicht, ist damit derjenige, der die Stelle des Chefs bei einem normalen Arbeitnehmer einnimmt. Das System kann nicht funktionieren, sobald die Kundschaft keine mehr ist, sondern mehrheitlich klaut. Was spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem Leute auf Plattformen extra nach den Büchern eines bestimmten Autors verlangen, weil sie dessen Schreibe gut finden, absurd wird. Denn der Autor hat etwas richtig gemacht - gut geschrieben - bekommt dennoch aber keinen Gegenwert.

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  3. Ich störe mich an der Gleichstellung von illegaler Nutzung/Weiterverteilung und Diebstahl. Auch wenn es Ähnlichkeiten gibt, sollten wir uns den Unterschieden zwischen Realgütern (einem gedruckten Buch oder einem Datenträger) und immateriellen Gütern (einem eBook oder einer Videodatei)bewusst sein.

    Klaue ich ein Buch in einem Laden, kann das Geschäft dieses nicht verkaufen und erleidet einen Schaden, da es das Buch in der Regel ja erstmal selbst kaufen musste.

    Lade ich mir ein Buch illegal herunter, hat der Autor oder Verlag erstmal keinen Schaden dadurch. Aber halt auch keinen Gewinn.

    Vielleicht ist ein potenzieller Gewinn verloren gegangen, wenn ich das Buch bezahlt hätte, wenn ich es nicht irgendwo illegal gefunden hätte, aber da gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Studienergebnisse dazu. Kurz gedsagt: Hier ist es ziemlich schwierig, den Schaden genau zu ermitteln.

    Aber ich gebe dir natürlich recht, dass das jetzige System zusammenbricht, wenn keiner mehr zahlt. Und ich finde auch, dass man einen Künstler unterstützen soll, wenn man möchte, dass es mehr an seinen Werken gibt.

    Aber ich halte das derzeitige System nicht für so toll, weiß aber auch, dass andere Bezahlmodelle auch ihre Probleme hätten (und geb deshalb Krystan in einigen Punkten recht, sehe aber auch einige seiner Punkte kritisch, denn die Buchpreisbindung verhindert meines Wissens Preisaktionen, wie sie Gloria erwähnt hat, für Bücher, die der Buchpreisbindung unterliegen, da Rabatte nicht möglich sind.

    Und ja, einen Rant zu kritisieren, weil er nicht differenziert genug mit dem Thema umgeht, ist ein wenig paradox. Aber aus meiner Sicht ist das Thema zu wichtig und lässt viele Ansichten zu.

    Und gerade bei den Self-Publishing Sachen sollte man die Größe haben, auch zu zahlen, wenn es einem gefällt bzw. den legalen Weg zu nehmen, da bin ich ganz bei euch. Erstes können sie sich oft nicht wehren, zweitens sind sie darauf angewiesen und drittens finde ich es klasse, dass sich so etwas entwickelt.

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    1. Natürlich hat der Autor einen Schaden dadurch, dass sein Werk, für das er durch seine Arbeitszeit und im Fall eines Selfpublishers auch Investitionen in Lektorat, Covererstellung, etc. in eine kostentreibende Vorleistung gegangen ist, nicht verkauft wird. Der Autor lädt sein Werk schließlich nicht auf Verkaufsplattformen hoch, damit es eben NICHT verkauft wird.
      Er möchte seine Ware - das ist das Buch nunmal, egal ob es nun digital oder gedruckt vorliegt - verkaufen, sonst könnte er das auch gleich in eine Tauschbörse reinpacken und free for all anbieten. Solange er das nicht tut, zeigt er ein klares Verkaufsinteresse, genau wie der Supermarkt nebenan mit seiner Auslage an Obst und Gemüse.
      Hier tritt jedes Mal, wenn sich jemand dieses Buch illegal downloadet, ein Schaden auf, denn die 0,99€ oder 1,99€ oder 2,99€ oder 3,99€, die er normalerweise durch einen bezahlten Download verdient, erhält er nicht. Oder aber: Der Supermarkt verliert den Wert eines Apfels, wenn man den einfach aus der Auslage herausnimmt und klaut.

      Warum Du hier zwischen einer Ware, die Du in die Hand nehmen kannst, und einer digitalen Ware unterscheidest, verstehe ich nicht. Downloadest Du auch Spiele von illegalen Plattformen? Oder Filme? Auch da entsteht Schaden, teilweise sogar so viel, dass sich Studios die Entwicklung neuer Games nicht leisten können, weil sie mit einem aktuellen Titel nicht genug verdienen - und rate mal, wieso: Weil diese Games so oft illegal gedownloadet werden, Downloadcharts wochenlang anführen, dass dem Publisher und dem Studio riesige Beträge entgehen.
      Spätestens ab da muss man sich wirklich überlegen, wo der größere Fehler sitzt. In der Preispolitik der Unternehmen - und ja, auch da kann ich nachvollziehen, wenn jemand sagt, dass er 60€ für ein Vollpreisspiel überzogen hält - oder aber auch im Denken der möglichen Kunden, die eben lieber downloaden als zu bezahlen.
      Ich mache es sehr oft so, dass ich ein Spiel erst einige Wochen nach Erscheinen kaufe, wenn der Preis längst auf ein normaleres Niveau gesunken ist, egal wie groß der Hype ist. Aber damit kann ich mir auch deutlich eher 'mehr' leisten und muss nichts klauen.

      Dass der heutige Markt überhaupt die Möglichkeiten beinhaltet, dass man als Selfpublisher oder auch Indie-Spieleentwickler auf bestimmten Marketingplattformen auch als kleiner Fisch eigene Sachen anbieten kann, ohne Verlage, Publisher oder andere Distributoren bezahlen zu müssen, finde ich unglaublich gut und hoffe, es wird sich auch künftig so weiter entwickeln, dass es mehr Möglichkeiten werden. Aber auch dafür braucht es zahlende Kunden, die dem Markt beweisen, dass es hier Leute gibt, die kaufen wollen. Die vor allen "Indie" kaufen wollen - nur dann sind solche Möglichkeiten überlebensfähig.

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    2. Gratisaktionen sind auch mit Buchpreisbindung möglich. Ich kenne einige Verlage, die dies regelmäßig praktizieren.
      Es ist nur nicht erlaubt einzelne Marktplätze mit Gratisaktionen zu versorgen, während das Buch an anderen Orten den vollen Preis kostet.

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  4. Da gehen unsere Sichtweisen auseinander. Ich halte die Trennung zwischen immateriellen Gütern und Realgütern für essenziell wichtig für jede Diskussion. Das eine wird kopiert, das andere kann ge- und verbraucht werden. Durch den Download entsteht eine zusätzliche Kopie. Dadurch wird die künstliche Verknappung unterlaufen, die dem Geschäftsmodell zu Grunde liegt und durch DRM verstärkt wird.

    Aber: Durch das Erzeugen der (illegalen Kopie) entsteht de facto erstmal kein Verlust. Der Autor und der Verlag ist dadurch nicht ärmer geworden.

    Fall 1: Möglicherweise entsteht ein potenzieller Verlust, wenn jemand sich ein Buch illegal herunterlädt anstatt es zu kaufen. Aber dieser potenzielle Verlust entsteht nur in dem Fall, wenn der Herunterladende das Buch deshalb nicht kauft, weil er es kostenlos bekommen hat. Und nur in diesem Fall.

    Fall 2: Jemand lädt sich alles mögliche aus Sammelwut herunter, konsumiert es aber nicht, hat aber auch kein Geld, um das alles zu bezahlen. Ist hier ein echter Schaden entstanden? Ich würde das verneinen. Der Autor und der Verlag hätten eh nichts an diesen Menschen verkauft.

    Fall 3: Ich habe mir 5 Bücher einer Reihe als gedrucktes Buch gekauft. Leider komme ich nur abends im Zug zum Lesen, da macht also das Lesen im Zug wenig Spaß, da die Beleuchtung schlecht ist. Also hole ich mir die Bücher nochmal illegal als eBook und kann sie so lesen, da ich nicht bereit bin, nochmal den fast vollen Preis für Bücher nochmal zu zahlen. ISt dadurch jetzt ein Schaden entstanden?

    Das Herstellen von immateriellen Werken - und dazu gehört nun Kunst, aber auch Filme, Spiele, Bücher, ist nun mal zunehmend etwas besonderes, da wir diese Werke als Daten unendlich kopierbar machen. Vergessen wir einfach kurz die rechtliche Lage: Aber wenn es gemacht werden kann, wird es gemacht werden. Es wird immer Leute geben, die sich das Zeugs kostenlos holen werden, nur weil sie es können. Interessant ist die Frage, wie ich Leute dazu bringen kann zu zahlen, obwohl sie es nicht müssten.





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    1. Auch der Autor geht in Vorkasse. Nämlich in Form von Lebenszeit. Angestellte verkaufen ihre Lebenszeit direkt und erhalten dafür i.d.R. pünktlich am Ende des Monats die Entlohnung.

      Ein Autor geht in Vorkasse und muss viele Stunden investieren, bevor sein Werk fertiggestellt ist. Dabei trägt er das volle Risiko selbst, denn er weiß noch nicht, wie viele Personen sein Werk kaufen werden - egal ob in digitaler oder gedruckter Form. Warum sind gedruckte Bücher so viel teurer als E-Books? Die Frage ist eigentlich falsch herum. Denn der eigentliche Druck ist eben NICHT das teure an einem Buch, auch wenn es das ist, was dir als Käufer das Gefühl gibt, etwas von Wert in der Hand zu haben.

      Das teure bei einer Buch- oder Zeitschriftenproduktion sind die Personalkosten! Und ein Verlag mit angestellten muss Gehälter eben pünktlich zahlen, egal ob das Buch sich gut oder schlecht verkauft.

      Streng genommen beuten sich die Self-Publisher da selbst aus.

      Ein Rechenbeispiel:
      - Nehmen wir an, ein Autor schreibt ein Buch in einem Monat (unrealistisch, kann aber vorkommen)
      - Nehmen wir an, er soll gleichwertig zu einem Angestellten verdienen, der ein Bruttogehalt von 2.500 EUR bezieht. Bei 2.500 EUR kostet ein Angestellter dem Arbeitnehmer eher 2.900 EUR, also nehme ich 2.900 EUR. (Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche einem Stundenlohn von 16,76 - dafür würden einige nicht mal aufstehen!)
      - wir tun mal so, als gäbe es nicht noch Ausgaben in Form von Cover und Lektor - die müsste man oben drauf rechnen (Gloria hat hier vielleicht einen Beispielwert?)
      - er veröffentlicht per Self-Publishing und erhält 70% des Erlöses

      Die spannende Frage:
      Zu welchem Buchpreis muss er wie viele Bücher verkaufen, damit er diesen EINEN MONATSLOHN raus hat?

      Lässt sich ja recht einfach ausrechnen.
      Bei 3,99 EUR Verkaufspreis erhält er 2,79 EUR und muss somit 1039 Exemplare verkaufen.
      Bei 2,99 EUR (2,09 EUR) sind es 1386 Exemplare.
      Bei 0,99 EUR (0,69 EUR) gar 4185 Exemplare.

      Und nun gehen wir mal von 6 Monaten Arbeitszeit und einem Verkaufswert von 2,99 EUR aus:
      Dann muss er immerhin schonmal 8314 Exemplare verkaufen und bei seinem ersten Werk noch dazu 6 Monate Verdienstausfall oder Doppelbelastung durch Nebenjob in Kauf nehmen.

      Wenn der Autor kein Bestseller-Autor ist, gelingt ihm das wahrscheinlich nicht so schnell. Er muss also auf sein "Monatsgehalt" ganz schön länge warten.

      Nun sagst du, er muss sehen, wie er die Leute dazu bringen kann, zu zahlen, obwohl sie nicht müssten. Sage mir mal, wie lange du zur Arbeit gehst, ohne dein Gehalt zu beziehen.

      Ich gebe dir nur in einem Fall Recht. Es sollte einfach möglich sein, dass ein Unternehmen wie Amazon mir, wenn ich ein gedrucktes Buch kaufe, zusätzlich das E-Book bereit stellt. Meinetwegen für einen minimalen Aufpreis, um die Erhaltung der digitalen Infrastruktur zu refinanzieren.

      Wenn man es mal so rechnet, wird übrigens auch klar, warum ein Verlag sich keine E-Books für 3,99 EUR leisten kann. Und leider habe ich ein wenig den Eindruck, dass die nebenberuflichen Self-Publisher, die es sich leisten können, lange zu warten, den Markt für Hauptberufliche Self-Publisher kaputt machen. Denn den Leser interessiert ja nur selten, wie der Autor seinen Lebensunterhalt bestreitet...

      Ähnliches Spiel wie teilweise zwischen den Werbeagenturen und Freelancern, wenn ein Kunde sich mit dem Unterschied nicht befassen will.

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  5. Wenn ich alles kostenlos haben kann, dann ist es schwer, dafür Geld verlangen zu wollen. Apple mit iTunes und Spotify oder andere Streaming-Dienste haben gezeigt, dass man mit Nullkosten konkurrieren kann. "Convenience" ist ein gutes Argument, Nichtreproduzierbarkeit ein anderer.

    Jederzeit überall praktisch jeden Song hören zu können, ist angenehmer als im Netz rumschauen zu müssen, wo ich's kostenlos herkriege.

    Zu einer Leseveranstalung des Autors zu gehen und auf ein Konzert ist mir immer Geld wert, weil die Plätze begrenzt sind und ich diese Erfahrung nicht kopieren kann.

    Nehmen wir einfach mal an, ab sofort kann jeder jedes Kunstwerk sofort kostenlos erhalten und kann dafür nicht belangt werden.

    Sterben dann alle Künstler oder Verlage aus? Nein. Aber ihre Geschäftsmodelle würden sich in vielen Fällen ändern.

    Computerspiele würden sich dann eben nur noch über Kickstarter finanzieren und es wird ein paar weniger AAA Produktionen geben. Aber es könnte dadurch den Studios sogar besser gehen, da hier das Risiko minimiert werden kann. Kommen zwei AAA Produktionen zur gleichen Zeit raus, dann kann eines einfach PEch haben und das gesamte Studio ist gefährdet.

    Wir hätten vielleicht wieder mehr Fortsetzungsromane, die erst On Demand weitergeschrieben werden, wenn genügend Geld zusammen kommt.

    Ich bin ganz auf deiner Seite, gerade wenn es um Indie-Entwickler und Selfpublisher geht. Die haben es jetzt schon schwer und werden es noch schwerer haben, wenn es imme mehr davon gibt.

    Aber ich glaube halt auch, dass wir uns nicht große Sorgen um die großen Verlage machen müssen: Wie gesagt, die sind ziemlich gut darin, mit Autoren und Künstlern Geld zu verdienen. Aber vergleichbar mit Regierungen und Geheimdiensten muss man vorsichtig sein, wenn die Produkte geschützt werden sollen. Wenn ich etwas kaufe, dann möchte ich es auch so nutzen können, wie ich es möchte. Und wenn der Produzent mich davon abhält, dann ist das wahrscheinlich nicht in meinem besten Interesse, sondern in dem eines anderen. Cory Doctorow hat es ganz gut ausgedrückt: "Anytime that someone puts a lock on something that belongs to you but won't give you the key, that lock's not there for you."


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    1. Ich glaube hier gibt es ein grundsätzliches Verständnisproblem. Auch ein gedrucktes Buch ist letztlich nur eine Kopie mit einer Nutzungslizenz für einen Einsatz. Durch die Abnutzung beim Gebrauch, wird die Benutzung dieser Lizenz gleichzeitig limitiert.
      Ein 9,99 Taschenbuch hält in der Regel den Lesezyklus eine Familie durch.
      Ab letztlich besitzt man nur das Papier. Die Verwertungsrechte am Text liegen die ganze Zeit beim Verlag oder dem Autoren.
      Überträgt man es auf ein Ebook, so ist auch hier der Besitz des Speichermediums in der Regel beim User, während eben der Inhalt auch hier woanders liegt.
      So gesehen ist der einzige gegenwärtige Unterschied zwischen Ebook und klassischem Buch der Druck.
      Auch hier finden sich interessante Parallelen. Und zwar zwischen illegalen Downloadseiten und Raubdrucken. Denn was man als Nutzer klassischer Buchhändler nicht so mit bekommt. Es gibt einen relativ großen Markt an Raubdrucken, bei dem kriminelle einfach hergehen und bekannte Bücher mit hohem Preis, günstig nachdrucken. Denn die Druckkosten machen bei einem 20 Euro Buch in der Regel nicht mehr als 2-3 Euro aus.

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  6. > Da gehen unsere Sichtweisen auseinander. Ich halte die Trennung zwischen > immateriellen Gütern und Realgütern für essenziell wichtig für jede
    > Diskussion.

    Für diese Trennung sehe ich keinerlei Anlass. Das ergibt sich schon daraus, dass hier zwei völlig unterschiedliche Preismodelle zur Anwendung kommen. Bei einem materiellen Gegenstand den ich als sein Produzent verkaufe rechne ich den Stückpreis jedes einzelnen Exemplars sämtliche entstehenden Kosten und Aufwendungen + eine Marge ein, von der ich denke das ich sie am Markt durchbringe. Anteilig würde ich als Autobauer also auch die Gehälter meiner Konstrukteure auf die verkauften Autos aufteilen um diese Gehälter zahlen zu können. Weder käme ich als Autobauer auf das dünne Brett die kumulierten Entwicklungskosten auf jedes einzelne Auto aufzuschlagen, noch würde ich es tolerieren wenn irgendjemand anderes die Leistung meiner Konstrukteure für eigene Produkte verwendet, und mich dafür nicht entschädigt. Wohlbemerkt, ich spreche hier von der mentalen Leistung der Leute die das Auto entwickelt haben, was ja auch ein "immaterielles" Gut ist, was ich aber genauso einkaufen mußte.

    Ebenso würde niemand auf die Idee kommen in ein Restaurant mit einem zig Sterne Koch zu gehen und die Zeche zu prellen, oder allenfalls den "Materialaufwand" zahlen zu wollen, weil die Kreativität des Kochs ja nur "immaterielle Leistung" ist und ihm ja kein Schaden entsteht wenn ich einfach gehe.
    In dem Fall würde es sogar stimmen weil der Koch ja ohnehin sein Gehalt bekommt ungeachtet der Tatsache ob alle Gäste ihre georderten Speisen auch bezahlen. Bei einem Indieautor sieht das ganz anders aus. Für den ist jeder der das Buch downloaded statt es zu kaufen, eine entgangne Einnahme.

    Das Argument "is ja kein Aufwand zu kopieren" => 0-Kosten gerechtfertigt ist in meinen Augen schlichtweg nur dummdreist und verkennt daß Künstler von ihrer Kunst leben wollen und die Aufwendungen (im Literaturbereich hauptsächlich Zeit) eben nicht en bloc abrechnen können. Der Gesamtaufwand wird - wie in materiellen Produkten auch - auf alle verkauften Exemplare aufgesplittet. Denn es würde wohl kaum irgendwer einen Roman kaufen wenn er die vollen 1,5 Mannmonate zahlen müßte, die die Schaffung des Buchs gekostet hat. Wäre dem so, könnte man die Theorie "ist ja kein Schaden" nochmal diskutieren, denn er hat ja nun schon seine Leistung nach dem ersten Verkauf vergütet bekommen.
    Aber, jeder Käufer eines Buchs bezahlt also letztenendes einige wenige Minuten des gesamten Schaffungsprozesses, und jeder Downloader stiehlt den entsprechenden Gegenwert. Das Argument "nur weil ers klauen konnte liest ers, sonst hätte er ja nicht..." mag populistisch verfangen. Aber es bleibt nicht sonderlich viel davon übrig wenn man die geifernde Horde Freeloader in den einschlägigen Foren beobachtet wie sie sich in Hype Erwartungen auf den neuen Schinken überschlagen und sabbernd einfordern, dass die Uploader sich mal ein wenig beeilen.

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  7. Auch halte ich die Vermischung dieser grundsätzlichen Frage des Werts von "Immateriellem" mit praktischen, (Nutzung auf mehreren Geräten, Wiederverkauf etc.) oder ideologischen Argumenten (Verlage sind Blutsauger, ich hasse DRM), für völlig unzulässig.

    Ich bin ein ausgesprochener Gegner von DRM, aber nicht weil DRM "künstliche Verknappung" eines immateriellen Gutes erzeugt. Denn dieser Effekt ist anscheinend lediglich eine notwendige "Krücke" weil die Menschheit noch immer in der materiellen Welt festhängt, in der nur ein Preisschild haben darf was man anfassen kann. Der einzige Grund warum ich diese Systeme verabscheue ist der, dass es bisher JEDES dieser Systeme geschafft hat, dem legalen Käufer mehr Steine in den Weg zu schmeißen, als einem Downloader-Dieb.
    Das liegt zum einen an miserablen Konzepten, dummdreister Umsetzung (man denke nur an Sonys Rootkits), bis hin zu dem Glauben man könne im Windschatten dieser Systeme die Gewinnmargen der Verwerter noch künstlich in die Höhe treiben, in dem man eben für DRM geschützte Alben den selben Preis verlangte wie für die CD im Laden, sich hier dann aber die materiellen Aufwände für CD, Cover und Vertrieb zusätzlich auf die Gewinnseite bucht.

    Diese Zeiten sind ja glücklicherweise weitgehend vorbei (genauso wie der DRM Spuk bei den meisten großen Anbietern).

    Thema Wiederverkauf: Ernsthaft? Ich denke mal da macht man opportunistisch aus ner Mücke nen Elefäntchen. Nen eBook für 3€ nicht weiterverkaufen können wenn mans gelesen hat? Oha... der Untergang des Abendlandes. Und wenn ich auf Wiederverkaufswert (und Möglichkeit) wert lege, kann ich immer noch zur Papierausgabe greifen, und ggf. sogar bei bestimmten Editionen sogar eine Wertsteigerung erzielen.

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    1. Materielle Aufwände für CD, Cover und Vertrieb...
      Also das Pressen der CD kostet ganz sicher nicht mehr viel. Ebenso wie der Druck von Gütern in großer Masse keinen wirklich großen Anteil am "Stückpreis" hat. Der Vertrieb verschiebt sich, denn es braucht digitale Infrastrukturen, die aufgebaut oder erhalten werden müssen und man muss Marketing betreiben, denn die Leute können ohne das materielle Gut nicht mehr zufällig über das Produkt stolpern.

      Für mich klingt das eher so, als ob die Unternehmen versuchen, Gründe zu finden, die Preise wieder auf ein realistisches Niveau zu bringen, nachdem sie vorher in den Keller gerauscht sind.

      Dumm ist, dass bei allem die Kreativen wahrscheinlich trotzdem nicht mehr kriegen werden. Daher sind Self-Publishing oder auch Selbst-Veröffentlichkeitsmöglichkeiten wie iTunes (für Musiker) eigentlich spannend, weil sie direkter an den Gewinnen beteiligt sind. Nun müssen sie "nur noch" aufpassen, dass sie sich nicht langfristig die Preise kaputt machen, weil einer den anderen unterbieten will...

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