ESO

5 Dinge, die ich an Elder Scrolls Online liebe


Das MMORPG "Elder Scrolls Online" (ESO) hat nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel, läuft aber nach wie vor mit einem gewissen Erfolg. Grund genug, einen kleinen Blick darauf zu werfen und sich ein bisschen damit zu befassen - denn die Macher machen so einiges richtig, mit dem sie den Spielern einiges an Kurzweil bieten können. Auch ganz ohne Abo, denn wer sich ESO einmal gekauft hat, darf unlimitiert darauf zugreifen. 
Klar, es gibt einige Einschränkungen (gerade, was das Inventar angeht) und die neuesten DLCs darf man auch nicht nutzen, aber das Grundspiel bietet reichlich zu tun, immerhin gilt es drei große Fraktionsquests durchzuspielen und eine nicht gerade kleine Menge an Welt zu erkunden. Die fünf für mich am positivsten wirkenden Aspekte des Spieles möchte ich euch heute vorstellen - und natürlich gibt es dann in sehr naher Zukunft auch die fünf negativsten Aspekte - versprochen! ;)

1. Stimmungsvolle, detaillerte Bauten, Dungeons und Szenerien
Es passiert selten, dass ich in einem MMORPG einfach mal eine Weile stehen bleibe und mich umschaue, aber gerade in ESO tritt dieser Effekt mehrfach nacheinander ein. Selbst einfache Verliese, durch die man sich eben durchprügeln muss, um einen Erfolg zu machen oder lauschige kleine Dörfchen, die man vor dem bösen Einfluss der Daedra befreien muss, wirken einzigartig und besonders, lassen den Eindruck entstehen, etwas wirklich organisch gewachsenes oder aber von der Hand längst verstorbener Architekten und Handwerker gefügtes vor sich zu haben. 
Wer sich die drei Fraktions-Startgebiete einmal genauer angeschaut hat, stellt wirklich signifikante Unterschiede fest, nicht nur im Baustil der einzelnen Völker, auch Flora und Fauna sowie Gewichtungen innerhalb der Landschaft wurden völlig unterschiedlich designet, sodass man immer wieder etwas Neues entdecken kann. ESO arbeitet zudem in herausragender Weise mit Beleuchtungseffekten und zeigt Spielern durch einzelne Lichtpunkte in Dungeons, wo es weitergeht oder lenkt den Blick durch die Lichter auf interessante Details. Bei diesem Spiel kann ich mich kaum satt sehen - einfach toll!


2. Charaktereditor mit rassenspezifischen Looks, Alterung und Körpermanipulation
Wer bei ESO einen neuen Charakter bastelt, der hat die Qual der Wahl: neun verschiedene und teils sehr unterschiedlich aussehende Rassen mit unterschiedlichen Größen, Körperformen, Tätowierungen und Altersstufen buhlen um die Gunst des Spielers und machen die Entscheidung wirklich schwer, mit was man künftig durch die Spielewelt laufen möchte. Ganz besonders gelungen empfinde ich die Tatsache, dass man auch sehr alte Charaktere erstellen kann, denen man durch eine Auszehrung des Gesichtes, merkliche Falten und sonstige Alterungszeichen auch deutlich ansehen kann, dass sie keine jungen Hüpfer mehr sind.
Auch die große Vielfalt an Tätowierungen und Frisuren hilft sehr dabei, Spielercharaktere abwechslungsreich zu gestalten. Wer zudem noch ein paar Kronen (zukaufbare Premium-Währung des Spiels) investieren mag, findet auf die einzelnen Völker zugeschnittene weitere Frisuren im Spiel-Shop, die das vorhandene Angebot noch erweitern, wobei keines der Völker bevorzugt wird, sondern auch die nichtmenschlichen oder menschenähnlichen Völker wie Khajit und Argonier bedacht wurden. Im Spiel selbst sind die Rassen ebenfalls sehr unterschiedlich zu erleben - seien es die rassistischen Altmer (Hochelfen), die stets von sich mit "Dieser will/diese sagt.." sprechenden Khajit (Katzenwesen) oder die einstige Sklavenrasse der Argonier (echsenartiges Volk), die orientalisch angehauchten Rothwardonen, die wikingergleichen Nord oder die intriganten Dunmer (Dunkelelfen), immer merkt man genau, mit welcher Identität die einzelnen Völker ausgestattet sind und erhält so ein sehr 'rundes' Spielgefühl.

3. Reichhaltige Welt mit Geschichte und Konflikten an jeder Ecke
Gleich im Tutorial wird der künftige Spielercharakter mit einer wilden Geschichte über verlorene Seelen, eine Welt der Geknechteten und die Gefahr durch die Daedra konfrontiert, bei der man sich als Spieler erst nach und nach mehr Hintergrundwissen über Vorgeschichte und vorhandene Konflikte erarbeiten muss. Gelegenheit dazu gibt es überall: in Bücherregalen gibt es reichlich Lesestoff, kleinere und größere Quests vermitteln ein lebendiges Bild der verschiedenen Schwierigkeiten auf Tamriel und lassen nicht lange darauf warten, den Spieler in diese zu verwickeln.
Man merkt einfach sehr deutlich, dass Elder Scrolls aus umfangreichem Quellenmaterial durch die früheren PC Games schöpfen kann und auch gerne schöpft - und sei es durch incharacter verfasste Notizen selbst in den kleinsten Verliesen, welche einem etwas mehr Hintergrundinformation zu den zu bekämpfenden Bossen und deren Motivation, sich an einsamen und gefährlichen Orten herumzutreiben, gibt. 
Erst gestern habe ich eine Notiz in einem leeren Zimmer in Vulkhelwacht (Dominion) gefunden, welche die Vorgeschichte eines Entdeckers erzählte, der in einem Verlies nicht weit von der Stadt als Bossmob sein Unwesen treibt und diesen noch als neugierige Person zeigt, die gerne Neues erforschen will. So etwas habe ich bisher noch bei keinem Spiel gesehen und finde es faszinierend, so zum Erforschen angeregt zu werden - wenn man bereit ist, sich die Zeit zum Lesen und Gucken zu nehmen.


4. Held und gleichzeitig Dieb? Kein Problem!
An diesem Feature, welches mit dem DLC zur Diebesgilde auch für die Nichtabonnenten ins Spiel kam, habe ich nach wie vor eine Menge Spaß und bin dadurch auch ein Spieler, deren Helden zuerst die Welt retten und dann mal ganz gemein die Truhen, Kisten und sonstige Behältnisse an den Orten, die ich befreit/gerettet/vom Dunklen bewahrt habe, ausplündert. Das Diebstahlsystem erfordert jedoch weitaus mehr, als einfach nur ein Behältnis zu öffnen und das darin befindliche Item herauszunehmen - denn wer das macht und von NPCs dabei gesehen wird, handelt sich ein Kopfgeld ein, welches Wächter in Siedlungen veranlasst, den Charakter zu verhaften und erstmal die Hand aufzuhalten, damit man ein dem Wert des gestohlenen Gegenstandes entsprechendes Bußgeld bezahlt.
Das heißt, man muss das Ganze ungesehen abwickeln - rein spielmechanisch muss man also versuchen, im Stealth befindlich eink(l)au(f)en zu gehen. Gerade an Orten, an denen eine Menge Wachleute und NPCs herumstehen, befinden sich in Behältern oft die nützlichsten und wertvollsten Gegenstände, was das Risiko enorm erhöht, doch erwischt zu werden. Blöd, wenn die NPCs durch ihre Blickrichtung das Stealth dann ganz gerne mal durchblicken ... da geht der Adrenalinspiegel hoch, der Geldbestand und der Spaßfaktor natürlich auch. 

5. Abwechslungsreiches Questdesign und sichtbare Fortschritte
Klar gibt es in jedem MMORPG die klassischen Quests der Marke "Töte X Mobs der Sorte Y", die verständlicherweise dazu dienen, einen gewissen Erfahrungsprogress der Charaktere zu gewährleisten. Aber ESO bietet mehr als diese Killquests und fordert auch durchaus mal das Hirnschmalz der Spieler, wenn es darum geht, Rätsel zu lösen, auf den Trick zu kommen, wie man sich in ein gut bewachtes Haus einschleicht oder ein Gewölbe öffnet, welches durch einen Zauber verschlossen ist. 
Man darf die Spielewelt manipulieren, mit Kristallen Geisterseelen aufsaugen, Piraten durch eine gute Verkleidung betrügen und sogar alternative Questwege nutzen, indem man Fähigkeiten wie Überreden oder Einschüchtern durch Mitgliedschaft in Gilden erlernt - Abwechslung ist in jedem Gebiet garantiert und lässt einem die Spielezeit nicht langweilig werden. Richtig schön ist es auch, dass man die Fortschritte seines Tuns live miterleben kann: das Phasing der Spielewelt lässt ein befreites Dorf, in dem vorher Feuer brannten, nach Abschluss der Quest im Wiederaufbau neu erstehen, befriedete Ruinen bekommen nach Lösung der Quest eine viel freundlichere, hellere Beleuchtung, und dergleichen mehr. 

Besonders gut gefällt mir, dass die Gespräche mit Questgebern und beteiligten NPCs vollvertont sind und auch in der deutschen Übersetzung gut eingesprochen und je nach Volk mit einem Akzent/Dialekt versehen sind - das bringt Stimmung und führt die Einzigartigkeit der Rassen, welche schon durch den Look deutlich gemacht wird, sinnvoll weiter. An so mancher Ecke schimmert noch ein ordentlicher Funken Humor mit durch, der für mich das Gefühl der Welt vervollkommnet - ich möchte bei einem Spiel immer auch lachen können, denn niemand kann dauernd mitfiebern oder staunen.


Und was fasziniert euch an Elder Scrolls Online? Schreibt es mir ruhig in die Kommentare - vielleicht ist euch noch etwas aufgefallen, das ich erst noch entdecken muss :) Und entdecken möchte ich natürlich gerne so viel wie möglich!

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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4 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. Ich habe leider noch nie in EOS reingeguckt. Aber deine Beschreibung klingt vielversprechend. Gerade jetzt kann man ja sogar noch die Nostalgie genießen, mal wieder nach Morrowind zu können. Vielleicht schauch ich es mir ja mal an.

    Schöner Artikel. Beste Grüße

    Danny von Kellerkinder

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    1. Ich würde an Deiner Stelle, wenn Du Dir nicht sicher bist, ob das Game für Dich taugt, nur den Key für's Grundspiel kaufen - denn der ist inzwischen nicht mehr sonderlich teuer und auch ohne die Morrowind-Erweiterung hat man eine echt große Menge Zeug zu spielen :) und wenn es Dir dann gut gefällt, kannst Du ja immernoch "aufstocken".
      Liebe Grüße!

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  2. Ich empfand die Atmosphäre auch immer als sehr großartig. Das konnte bisher nur von Herr der Ringe Online getoppt werden. Auch dass es viel zu entdecken gibt, hat mir immer gefallen.

    Letztendlich stört mich meist bereits nach 3-4 Wochen das Kampfsystem und der allgemeine Grafikstil. Beides ist nicht so mein Geschmack.

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    1. Das Kampfsystem ist für mich mit der gewöhnungsbedürftigste Teil daran - schlicht, weil ich es nie besonders mochte, wenn mein Mauszeiger irgendwo fesgetackert ist und ich nicht frei alles anclicken kann, worauf ich Lust habe. Aber ... mit der Zeit geht es, finde ich, auch wenn mir eine weniger auf Konsole ausgerichtete Steuerung lieber wäre. Die Grafik finde ich immernoch grandios :) Was magst Du denn nicht daran?

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