Persönliches

Das Ende einer Ära


Das Ende einer Ära - und ein neuer Anfang.

Es war hier seit einigen Monaten sehr still, und wie ihr schon in meinem Funkstille-Posting lesen konntet, hatte das gute Gründe.

Bei mir lief vieles nicht mehr so, wie ich das gewollt habe, und ich musste einiges in meinem Leben ändern - unter anderem meinen Umgang mit der Arbeit. Wie einige meiner langjährigen Leser wissen, habe ich ursprünglich mit diesem Blog aus Spaß begonnen, aus der Freude am Ausprobieren, am Schreiben an sich. Diese Freude ist nach wie vor da, doch möchte ich sie künftig etwas anders kanalisieren.

Mehr Arbeit, weniger Kreativität?


Wie viele von euch inzwischen sicher auch mitbekommen haben, arbeite ich seit etwa zwei Jahren als freiberufliche Gaming-Journalistin und schreibe unter anderem Spieletests für GameStar, Spieleguides für GameZ und immer wieder auch Kolumnen und Artikel für GamePro. Kombiniert mit zwei bis drei GameStar-Sonderheften pro Jahr, je nach Thema.

Das ist, um es kurz zu sagen, ein ganz schöner Berg Arbeit, unter dem mein Blog die letzten Jahre ziemlich zu leiden hatte. Wenn ich beruflich den ganzen Tag schreibe, ist meine Lust und Energie fürs Freizeitschreiben meist ziemlich erschöpft, die Kreativität sowieso. Dazu kam letztes Jahr der direkte Weg rein in den Burnout, weil ich es einfach übertrieben habe - nunja, jetzt kenne ich zumindest meine Grenzen sehr genau. Alles zusammen genommen musste ich mir gut überlegen, in welche Richtung ich mich künftig orientiere.

Ich möchte auch weiterhin gerne über Rollenspiel schreiben, Bücher und Filme rezensieren, mir Gedanken über Games, das Leben als Nerd und die Welt machen. Aber, und das war und ist für mich der entscheidende Punkt: Ich möchte das nicht mehr als Einzelkämpferin tun, die Arbeit im Team hat mich in den letzten Jahren oft aufgefangen, motiviert und inspiriert. Aber wohin, wenn es nicht nur ein Thema, sondern ein etwas generalistischerer Ansatz sein soll? Die Nerd-Gedanken waren nie nur ein Rollenspielblog, nur ein Gamingblog oder nur ein Rezensionsblog.

Siebzehn Jahre sind zu wenig


Und ...dann war da noch die Sache mit Nadz. Mitte Dezember 2019 wurde meine jahrelange Lebensbegleiterin und Grantelkatze Nadz schwerstkrank. Nach einer Woche, in der sie rapide abbaute (und zwei Tagen Erholung, in der ich noch hoffte), mussten wir ihr nach siebzehn gemeinsamen Jahren den letzten Weg ermöglichen. Es hat mir, gelinde gesagt, das Herz gebrochen, mit diesem stillen Körper im Katzentragekorb nach Hause zu fahren und sie im Garten begraben zu müssen.

Ich war über Nadz Tod so unglücklich, dass ich wochenlang nichts kreatives mehr tun wollte, und zu meinen anstehenden Arbeitsaufträgen musste ich mich zwingen. Es hat lange gedauert, bis ich wieder Lust hatte, etwas abseits der Arbeit zu schreiben oder Videos für meinen YouTube-Kanal aufzunehmen. Aber dann stand für mich fest, dass ich glücklich sein will, nicht überarbeitet, nicht dauergestresst. Sondern mit dem 'ich will und ich habe Lust' Gedanken an die Sache herangehen. Wie es eine Katze tun würde, die ihren eigenen Kopf hat. Wie es Nadz Zeit ihres Lebens tat und eine wundervolle, reiche Persönlichkeit entwickelte.

Bitte mehr Optik und Struktur!


Die rein schreiberische und kreative Schiene war aber nicht mein einziger Grund, eine Änderung zu wollen. Wer sich auch nur halbwegs mit Blogsystemen auskennt, dürfte anderen von Blogger/Blogspot abraten: Zu wenig Formatierungsmöglichkeiten, keine SEO-Optionen, Optik lässt sich nur mühsam und durch externe Templates verbessern. Kurz, technisch befindet sich Googles Blogsystem noch irgendwo im Mittelalter, gestalterisch sowieso. Also musste auch hier eine Alternative angedacht werden, die mir künftig erleichtern würde, meine Artikel schick aufgemacht, sauber strukturiert und vor allem ansprechend präsentiert Richtung Leser zu werfen.

Wenn diese Artikel dann durch gute SEO-Unterstützung auch von Nichtlesern besser gefunden werden, umso besser - dann haben noch mehr Leute was von meinen geistigen Ergüssen. Ich wusste bei all diesen Überlegungen immer, dass Blogger/Blogspot dann nicht mehr hilfreich sein würde. Eine Umstellung auf Wordpress wäre auch möglich gewesen, aber hätte von mir ein Level an Knowhow und Einarbeitung erfordert, für das mir inzwischen einfach die Zeit und in der Freizeit die Muße fehlt. Und, wenn ich ehrlich bin, auch die Lust. Ich schreibe lieber, viel lieber.

Als mir mein geschätzter Kollege Ben Anfang letzten Jahres von seinem Projekt Space4Games berichtete, einer damals rein auf ausführliche Spieleguides und begleitenden Themenartikeln fokussierten Spieleseite, fand ich das zwar interessant. Aber auch da fehlte mir durch meinen Workload die Zeit, mich wirklich einzubringen. Inzwischen jedoch, nachdem "Space4Games" ein neues Content-Management-System mit genialen Gestaltungsmöglichkeiten erhalten hat und wir uns auch inhaltlich über eine Erweiterung des Themenfelds einig geworden sind, werde ich dort schreiberisch eine neue Heimat finden.

Neue Heimat, alter Kern


Die Nerd-Gedanken ziehen also um - von ihrem ursprünglichen Zuhause bei Blogger/Blogspot hin zu "Space4Games", wo ich mit meinen Interessen abseits reiner Gaming-Artikel Gedanken, Rezensionen, Humoriges und Tipps zu Phantastik, Rollenspiel und mehr beitragen werde. Alte Artikel werden im Lauf der kommenden Monate von hier verschwinden und neu überarbeitet, aktualisiert und vor allem viel besser strukturiert neu bei Space4Games erscheinen. In einer der Hauptrubriken Games, Future und Life oder in meinem eigenen Nerd-Gedanken-Bereich, der ein bisschen persönlicher, chaotischer und unvorhersehbarer wird - wie ihr es eben von mir gewöhnt seid.

Damit verlassen die Nerd-Gedanken aber auch den reinen Hobby-Bereich, denn ich möchte auch weiterhin vom Schreiben leben können. Künftig werde ich nicht nur auf Auftrag schreiben, sondern auch für ein eigenes Herzensprojekt, in dem nicht nur viel Liebe zum jeweiligen Thema steckt, sondern auch Recherche, Hintergrundwissen, Fachkenntnis - garniert mit modernster Technik, um die sich jemand kümmert, der im Gegensatz zu mir wirklich Ahnung davon hat. Space4Games wird von einer Fünf-Personen-Redaktion betreut, die aus begeisterten Gamern, hauptberuflichen Journalisten und vor allem Enthusiasten besteht. Und wirklich netten Leuten - sonst wäre ich nicht dabei!

Uns vereint der gemeinsame Wunsch, hochqualitative Gaming-Guides und interessante Artikel zu schreiben, die für alle Leserinnen und Leser einen spürbaren Mehrwert bringen. Für mich ändert sich vieles, das ihr nicht sehen werdet, aber für mich einen riesigen Unterschied macht: Die Arbeit in einem Team motiviert und inspiriert mich, vor allem, wenn es so nette Leute wie meine Mitredakteure sind. Aus einem guten Guide oder interessanten Artikel durch bessere Technik noch ein viel besseres, lesbareres und schickeres Endprodukt machen zu können, ohne stundenlang mit umständlichen Formatierungen zu frickeln, ist für mich der Schritt vom Mittelalter in die Neuzeit.

Das bedeutet aber auch, dass wir nicht mehr jeden Artikel kostenfrei anbieten. Unsere Gaming-Guides gibt es auch künftig für alle frei zugänglich, für andere Texte allerdings haben wir ein Abo eingerichtet. Das kostet 5 Euro im Monat - für euch der Gegenwert von noch nicht mal einer ganzen Schachtel Zigaretten, einem Manga, einem halben Taschenbuch, einem aufwendigen Kaffee bei Starbucks oder einem Mittagessen.
Für uns fünf Leute aus dem Redaktionsteam ist das aber ein Gegenwert für unsere Arbeit, die sowohl in der Seite als auch in jedem neuen Artikel steckt. Ich hoffe sehr, dass ihr verstehen könnt, dass auch Journalisten nicht von Luft, Spaß und Liebe allein leben können - spätestens das Finanzamt wäre davon vermutlich weniger begeistert.

Vielleicht konnte ich auch ein bisschen Neugierde wecken und ihr schaut am neuen Zuhause der Nerd-Gedanken vorbei. Ich würde mich sehr darüber freuen! Danke an euch alle für eure jahrelange Treue, für den gemeinsamen Spaß, die Kommentare, die Diskussionen und natürlich auch dafür, dass euch interessiert hat, was ich euch und der restlichen Welt hier mitgeteilt habe.
Wir sehen uns!

Über Gloria H. Manderfeld

1 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

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