Persönliches

SimsCamp 2018 - Einmal London und zurück


An manchen Tagen ist hat ein Job echte Ambitionen, zum Traumjob zu werden. Dieses Jahr katapultierte sich meine Arbeit als Freelancer für die GameStar ganz nach vorn auf der 'spannende Erlebnisse' Skala, als ich das SimsCamp in London besuchen und das am 16. November erscheinende Erweiterungspack "Werde berühmt!" testspielen durfte. Natürlich habe ich dem Angebot zugesagt, richtete meine Sachen und nahm auch die extremen Reisezeiten gerne in Kauf, um gleich zwei meiner Lieblingsdinge kombiniert zu erleben - die Stadt London selbst und natürlich die Sims, denen ich seit dem Release des ersten Spiels im Jahr 2000 die Treue halte. 
"Extreme Reisezeit" ist übrigens nicht untertrieben: für das Event selbst blieben mir etwa sechs Stunden Anwesenheit verglichen mit knapp 9 Stunden für jeweils eine Reisestrecke - das ist der Nachteil, wenn man eben in der niederbayerischen Einöde lebt und die Anreise zum Flughafen deutlich mehr Zeit verschlingt als der Flug selbst ...

Meine Liebe zur Stadt ist eine sehr alte und begann, als ich mit 17 das erste Mal zwischen roten Omnibussen, schwarzen Taxis und Linksverkehr Eindrücke sammeln durfte. Dass diese Liebe auch heute noch aktuell ist, merkte ich schon bei der Fahrt im ruckelnden Unterground-Waggon der Piccadilly-Line. Man ist wohl genau dann eine Deutsche, wenn man sich über die Endhaltestelle "Cockfosters" auch nach Jahren noch schief lachen kann...
Von einer infantilen Anwandlung mal abgesehen, fühlte sich alles vertraut an. Die längs des Waggons gerichteten Sitze, die eher an ein langes Sofa erinnern denn an die Schalensitze des deutschen Nahverkehrs.
Die absolut bunte Mischung an Fahrgästen, vor allem jener jungen Leute, die sich gleich eine Whisky- und eine Cokeflasche mit in den Waggon nahmen, um ihre Drinks zu konsumieren, ohne mir damit auf die Nerven zu gehen. Amüsanterweise ist mir das Phänomen der 'Manspreader' zum ersten Mal wirklich im Ubahn-Waggon auf der Fahrt von Heathrow in die londoner Innenstadt aufgefallen.
Manche Männer saßen wirklich mit so weit gespreizten Beinen im Waggon, dass sie gleich drei statt nur einem Sitzplatz belegten - aber überraschenderweise klappten sie ihre Auslage auch zusammen, als der Waggon mit fortschreitender Fahrt Richtung Stadtmitte immer voller wurde. Kein Gedrängel, kein Geschimpfe, überraschend höfliche Leute.

London ist immer ein Erlebnis, wenn man die Stadt in aller Ruhe besuchen kann - und gleichzeitig ein echter Alptraum für die Garderobe. Während ich zuhause Schal und Herbstjacke brauchte, um nicht zu frieren, empfing mich auch mitten in der Nacht auf dem Fußweg von der Ubahnstation zum Hotel eine ausgesprochen laue Brise, die noch die Verheißung von angenehmen Sommernächten in sich trug. Überall im Bezirk Covent Garden saßen angesichts der Temperaturen draußen noch Leute herum.
Auf den Straßen war ich keineswegs alleine, allerlei Nachtschwärmer drängten sich vor Clubeingänge. Hätte ich nicht energisch verneint, hätte mich ein Angestellter eines Night Clubs, an dem ich vorbei kam, trotz Rollkoffer im Schlepptau vermutlich gleich in seinen Laden reingeschleift - aber ich war dann doch von der Reise ein bisschen zu erledigt für partymäßige Clubaction.

Das Hotel lag direkt in Blickweite von Seven Dials - einem Kreisel mit einer mittig platzierten und von sieben Sonnenuhren gekrönten Säule, an dem sich gleich sieben Straßen treffen - und war wirklich eine ausgesprochen schicke Residenz. Die freistehende Badewanne habe ich allerdings nicht ausprobiert, weil ich berechtigte Befürchtungen hatte, im heißen Wasser einzuschlafen - aber auch das Bett war sehr bequem und das auf die Nacht folgende auf Wunsch kontinentale Frühstück ausgesprochen lecker. Im Frühstücksraum lernte ich auch gleich die beiden Kollegen von ComputerBild Spiele kennen, mit denen ich gemeinsam zum Eventort des SimCamps durch die Stadt wanderte.

Auch am Morgen wirkt London auf mich einladend, geradezu energetisch - vielleicht, weil diese Stadt wie die meisten Weltstädte nie wirklich schläft, vielleicht, weil der Eindruck, dass trotz aller Moderne dennoch der über Jahrhunderte gewachsene Charme noch immer vorhanden ist, an jeder Ecke gegenwärtig bleibt, egal wo man sich befindet.
Beim SimsCamp steppte gleich der Bär: Influencer, GameChanger und Journalisten aus aller Herren Länder drängten sich gemeinsam um die Präsentation des neuesten Erweiterungspacks. Der größte Lacher kam natürlich bei dem Teil des Videos, in dem sich die neuen Sim-Berühmtheiten gleich mal ein ordentliches Techtelmechtel in einem Geldhaufen leisteten und auch sonst hemmungslos ihr Geld verprassten...


Aber auch so gab es einige interessante Neuigkeiten, die mich richtig auf meine kommende Spielesession gehyped hatten: gerade die Möglichkeit, den Schauspielersims zu ihrer Arbeit ans Set zu folgen, finde ich nach wie vor ungemein interessant. Auch das Ruhmsystem dürfte gerade für Altspieler sehr spannend werden, da es auch früher gesteigerte Fähigkeiten belohnt und unsere Sims als Maler, Autoren oder Entertainer berühmt werden können, selbst wenn man die Schauspielkarriere nicht spielen möchte.

Viel Humor bewiesen auch die Veranstalter vor Ort: an der Wand beim mit grünen und weißen Kugeln gefüllten Bällebad gab es einen Hinweis, dass hier Techtelmechtel ("wohoo" in der englischen Version) nicht erwünscht seien (siehe Bild!).
Sehr viel erwünschter war dafür die Teilnahme an den angebotenen Aktivitäten wie einer Schminkstation und einem Pfannkuchen-Art-Stand, bei dem man seine Leckerei mit einem Gesicht oder sonstigen Symbol verziert gebacken bekommen konnte - das hätte ich gerne ausprobiert, kam aber nicht dazu, denn das Highlight des Camps stand für mich vor der Tür - der Test von "Werde berühmt!" samt Cheat-Sheet, mit dem wir unsere Nobodys zu Weltstars machen konnten, um wirklich jeden Aspekt des Spiels auszukosten.


Meine Eindrücke vom neuen Erweiterungspack und dem Ruhmsystem findet ihr in den verlinkten GameStar-Artikeln, aber so viel kann ich auch hier verraten: ich hatte meinen Spaß, gerade bei der Interaktion mit den Fans wie auch beim Spielen eines rüpelhaften Stars kam wirklich viel Freude auf. Wenn ihr das "Megastars"-Addon bei Sims 1 mochtet, dann dürfte auch "Werde berühmt!" etwas für euch sein. 
Aber auch so bietet die neue Welt Del Sol Valley einige schicke Möglichkeiten, mit den Sims auszugehen oder unter den Reichsten der Reichen zu wohnen. Etwas schade ist die recht klein geratene Welt, ich selbst kann nie genug Baugrundstücke haben, um exzentrische Sims einziehen zu lassen. Die Schauspielkarriere dürfte recht zeitintensiv zu steigern sein, soweit sich das von einem Testspiel aus abschätzen lässt, aber ich freue mich auf mehr Einblicke in verschiedene Filmsets und die damit einhergehenden Möglichkeiten. Da bleibt noch viel Spannung für den Langzeittest und die kommenden Erlebnisse meiner ruhmsüchtigen Sims - eines ist jedenfalls klar, einen 'Bad Boy' Star brauche ich unbedingt!

Nach dem Testspiel und dem sehr leckeren Mittagessen ging's für mich dann gleich ab zu zwei sehr spannenden Interviews. Sowohl SimGuru Graham als auch die amerikanische Influencerin und zweifache Teen-Choice-Gewinnerin Baby Ariel standen mir Rede und Antwort zum Spiel, aber auch zu ihren eigenen Spielgewohnheiten und Vorlieben. 
Ich war sehr erfreut darüber, welche positive Ausstrahlung Ariel im persönlichen Gespräch entfaltete, sie wirkte auf mich locker und gut gelaunt. Wie eben ein Mädel von nebenan, mit dem man locker über Games und den Spaß daran quatschen kann und absolut nicht abgehoben, sondern ausgesprochen bodenständig auch in ihren Ansichten. Sie betonte immer wieder, wie wichtig es sei, an sich selbst zu glauben, sich auszuprobieren und im Leben das zu machen, was einem wirklich gefällt. 
Auch das Gespräch mit SimGuru Graham verlief sehr entspannt, wie ich selbst liebt er bei den Sim-Kreaturen die Aliens besonders und wird im kommenden Addon ebenfalls einen fiesen Sim-Star spielen. Ich wünschte, ich hätte noch mehr Zeit gehabt, ihn ein bisschen zu seiner Zeit bei den Sims auszuquetschen, immerhin ist er schon seit dem Release von Sims 3 im Jahr 2009 Teil des Teams - aber die böse Uhr war leider dagegen!

Viel zu früh hieß es für mich schon wieder den Rückweg zum Flughafen anzutreten, damit der Flieger nach Hause nicht ohne mich abhob. Praktischerweise war genau an diesem Tag ein größeres Problem im Londoner Nahverkehr aufgekommen, sodass alle Ubahnzüge Verspätungen mitbrachten oder dann mal einige Minuten auf den Gleisen stehend warten mussten, bis es endlich weiterging. Ich konnte nicht einmal meine letzten Pfund im Harry Potter-Shop am Flughafen auf den Kopf hauen, weil alles relativ knapp ausging. 
Aber was ist das bisschen Stress gegen eine echt spannende Erfahrung, neue sehr nette Bekanntschaften in der Sims-Szene und natürlich ein kleines Abenteuer mitten in der Woche, bei der gleich zwei große Lieben ein bisschen neues Futter bekommen haben. Einmal London und zurück - immer gerne wieder!

Disclaimer: Anreise und Übernachtung wurden im Rahmen des SimsCamp von Electronic Arts bezahlt, beeinflussen aber in keinster Weise die Berichterstattung oder die Eindrücke der Veranstaltung.

Über Nerd-Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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