Media Monday

Media Monday #192

Und wieder ist es Montag, wieder beginnt eine neue Woche und auch ein neuer Monat. Erstaunlich, dass wir schon im März hängen, irgendwie sind die letzten beiden Monate vorbeigestrichen wie nichts - aber es geht mir oft so, dass gerade der Beginn eines neuen Jahres eine extreme Geschwindigkeit entwickelt. Aber nun zum Media Monday vom Medienjournal - wie immer sind meine Ergänzungen zum Lückentext in fett und kursiv markiert.


1. Leonard Nimoy ist tot. So traurig, so zutreffend, so verstörend. Für mich war er die Verkörperung eines meiner Kindheitshelden, und sein soziales und persönliches Engagement für Künstler werden etwas sein, was dieser Welt nach seinem Tod fehlen werden. Ich könnte vermutlich eine Menge darüber schreiben, wie sehr die Rolle, die er spielte und mit der er sich Zeit seines Lebens nach 'Star Trek' auseinander gesetzt hat, meine Jugendzeit beeinflusst hat, aber das würde den Menschen hinter der Rolle sicherlich nicht fassen. Wie viele Menschen um ihn trauern, zeigt jedenfalls, dass er viele beeinflusst hat, ob nun als Spock oder als der Mensch, der er war, und damit ist im Grunde genug gesagt.
Ihn hätte ich wirklich gerne mal kennengelernt - aber auch so kann ich mich nur in die Reihe derer stellen, die ihn als Verlust bedauern. Deswegen auch als Hommage an ihn der Gruß, der mit ihm so sehr verbunden wird - Live long and prosper.


2. Die Outfits/Kostüme in Hellboy II - Die goldene Armee sind wirklich sehr gelungen - vor allem Prinz Nuada und die anderen Elfen erschaffen glaubhaft die Illusion eines eigenständigen Volkes. Alleine schon für die tolle Optik von Prinz Nuada und Prinzessin Nuala lohnt es sich, den Film anzusehen, aber auch der Rest ist ein kleiner Rausch an Farben und Ereignissen. Das war mal eine Fortsetzung, die mir, als ich sie im Kino gesehen habe, nicht wie eine totale Geldverschwendung erschien, sondern wirklich Spaß gemacht hat.

3. Quentin Tarantino hat als RegisseurIn einen wirklich einzigartigen Stil, denn irgendwie schafft er es immer, neben den ganzen Splatter, der dann doch ein Hauptmerkmal seiner Filme ist, auch noch eine interessante Story und kranken Humor mit hineinzupacken. Gut, Inglorious Basterds war für mich dann doch ein bisschen too much - ich bin irgendwann mittendrin eingeschlafen. Vermutlich gab es nicht genug Splatter zur Story.

4. Aktuell ist ja American Sniper häufig in der Kritik aufgrund der Art und Darstellung des in Amerika gefeierten Scharfschützen. Welche(r) Film(e) waren für euch unter moralischen/ethischen Gesichtspunkten besonders fragwürdig?
Und nochmal lande ich hier bei Quentin Tarantino. Gerade weil der Splatter in seinen Filmen ein Stilmittel ist, vergisst man doch schnell, dass hier massenhaft Leute sterben. Wird es dann auch noch so lustig inszeniert wie der Tod dieses Kerls auf der Rückbank bei 'Pulp Fiction', vergisst man schnell, dass hier jemand gestorben ist, man lacht einfach nur - auch ich muss bei diesem 'Mord aus Versehen' immer lachen, wenn ich diesen Film anschaue. Vielleicht ist es eine durch das Drehbuch und Tarantino berechnete Art, uns zu zeigen, wie leicht wir in unserem Umgang mit schrecklichen Ereignissen umzugehen, manipulierbar sind.

5. Unvergessen wird mir auch Robin Williams bleiben - wenn wir schon bei Menschen sind, die leider viel zu früh gestorben sind und viele andere durch ihr Schauspiel und ihre Menschlichkeit beeinflusst haben. Wieder jemand, der einfach auf so viele Arten fehlt.

6. Jüngste Film-Entdeckung, von der die wenigsten je gehört haben werden, war für mich ____ , denn ____ .
Öhm. Gute Frage, ich bin da generell nicht so der Film-Freak und halte eher unbewusst nach Neuem Ausschau. Ob die BBC-Miniserie zu Jane Austens "Emma" auch zählt? Hier ist sie nicht so bekannt, und ich fand diese neue Interpretation dieses Stoffs eigentlich recht reizvoll, weil er mehr Raum für Zwischentöne dank mehr Screentime belässt.

7. Zuletzt gesehen habe ich Louis XV - Abstieg eines Königs und das war einfach nur blass und langweilig, weil trotz herrlicher Kostüme und Originalschauplätzen Spannung und fesselndes Spiel gefehlt haben. Dieser halb dokumentarische Film über den Urenkel des Sonnenkönigs hätte etwas Tolles werden können, aber das hat so gar nicht geklappt. Lahme Story, in der nicht nur der Haupthandelnde, König Ludwig, irgendwann depressiv wird, sondern auch jeder Zuschauer, der sich das über eine halbe Stunde lang hinaus antut.

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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6 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. Zu Nr. 6: Ja, die Miniserie hat mir auch ganz gut gefallen. Ein bißchen langatmig zwischendurch, aber dafür fand ich Romola Garai in der Titelrolle wirklich toll. Schade, daß ihre nächste BBC-Serie "The Hour" (sehr empfehlenswert!) nach zwei Staffeln eingestellt wurde ...

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    1. Hm, die kenne ich noch nicht .. ^^ irgendwie dachte ich immer, dass ich recht viel Gesehenes konsumiere, aber du toppst mich locker :D
      Und .. langatmig empfinde ich bei Austen-Verfilmungen durchaus auch ein bisschen als Stilmittel, weil diese Passagen in ihren Werken auch präsent sind.

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    2. Kleiner Tip: Regelmäßig bei arte am Donnerstag Abend reinschauen, die bringen da fast durchgehend anspruchsvolle (Mini-)Serien aus aller Herren Länder, von Australien ("The Slap", aktuell "The Code") und Neuseeland ("Top of the Lake") über Großbritannien (eben "The Hour", ab nächste Woche: "Peaky Blinders") und Frankreich ("Paris") bis hin zu Skandinavien ("Borgen", "Real Humans"). Für mich der wichtigste Sendeplatz im deutschen Free-TV! :-)

      Was Jane Austen betrifft: Nun gut, die Bücher kenne ich nicht, insofern kann ich das nicht beurteilen. Als reiner Film- bzw. Seriengucker (was Austen betrifft) mag ich es aber einfach etwas rasanter wie im "Stolz und Vorurteil"-Film mit Keira Knightley (den ich frevelhafterweise tatsächlich deutlich besser finde als die legendäre BBC-Miniserie mit Colin Firth ...).

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    3. Okay, da liegt der Knackpunkt ... ich schaue nicht mehr fern. Nie. :D Wir haben zuhause den Fernseher ausser für DVDs im Grunde abgeschafft - da entgeht mir dann natürlich auch arte - aber danke für den Tipp :) da kann ich dann mal ein bisschen gezielter Ausschau halten. Wenn man weiss, dass was wo läuft, kann man es sich ja auch auf anderem Wege anschaffen ^^

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  2. Quentin Tarantino finde ich auch sehr erkennbar. Hellboy II-Elfen waren sehr gut gelungen, geb ich Dir auch recht.

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    1. Die Hellboy-Elfen haben mir einfach Spaß gemacht damals - und ich denke, wenn man sich auch Jahre nach dem Film positiv erinnert, haben sie was getaugt ;)

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