Persönliches

Ich wünsche mir ...

Einmal im Jahr nähert sich dieser Tag, an dem man der Tatsache ins Auge blicken muss, dass die Anzahl der gelebten Jahre nach oben tickt. Für mich ist es heute der Beginn des 37. Jahres auf dieser schönen Erde und irgendwie fühle ich mich nicht groß anders als noch vor sieben Jahren oder vor siebzehn. So übermäßig viel ändert sich nicht, wenn man erstmal selbständig sein Leben führt und die alltäglichen kleinen Dinge bewältigen muss.
Als Kind denkt man immer, das Leben werde leichter und schöner, wenn man erwachsen ist, weil man dann selbst darüber bestimmen kann, was man tut und wann man es tut. Blöd nur, dass die Erwachsenenwelt aus lauter Leuten besteht, die über sich selbst bestimmen dürfen, und ab da wird es dann kompliziert ...

Aber genug von den unangenehmen Dingen des Lebens. Vor einiger Zeit wurde ich von mehreren Seiten gefragt, was ich mir denn zum Geburtstag wünschen würde. Der Hintergedanke war natürlich, ein passendes Geschenk parat zu haben, über das ich mich dann freue. Nicht sowas wie Socken oder die obligatorische Brotbackmaschine, die nach dem Geburtstag dann ein Schattendasein ganz hinten im Schrank fristet, weil sie niemand benutzen will. 
Auf die Frage fiel mir jedenfalls erstmal nichts ein. Materiell gesehen besitze ich alles, was ich benötige, und ich sehne mich nicht nach mehr. Sicher wäre es nett, das ein oder andere noch angeschafft zu haben, vielleicht ein neues Paar Schuhe fürs Ausgehen oder ein dicker Packen Stoffe, damit ich mich endlich mal an mein Projekt eines viktorianisch-steampunkigen Abendkleides mache, ohne es weiter vor mir herzuschieben. Aber eigentlich brauche ich diese Sachen nicht und ob sie mich glücklicher machen, kann ich nicht sagen. 

Neue Bücher? Mein Bücherregal platzt ohnehin schon. Neue Klamotten? Neulich habe ich mal wieder einen Schwung Oberteile aussortiert, die ich ewig nicht mehr getragen haben, also geht der Trend in meinem Kleiderschrank derzeit eher zu weniger als zu mehr. Vor allem, weil ich die meisten Sachen entweder dauernd trage und dann, bis man sie nicht mehr tragen kann, oder weil ich sie einmal getragen habe und dann nie wieder.
Neue Rollenspiel-Regelwerke oder Zusatzmaterial? Da kommt wieder das Problem mit dem Bücherregal. Neue Katzen will ich auf keinen Fall, meine beiden Fellnasen lasten mich genug aus. Neuer Mann kommt auch nicht in Frage, da bleibe ich viel zu gern beim bewährten und seit Jahren erprobtem Modell.
Also, was wünscht man sich zum Geburtstag, wenn man alles besitzt, was man bräuchte und mit seinem Leben glücklich ist?

Ich wünsche mir, dass Ben seine Operation überlebt. Die findet heute statt, am 6. Oktober, als ich diesen Artikel schreibe, da ich am 8. Oktober, meinem Geburtstag, nicht zuhause sein werde und den Artikel sozusagen in absentia veröffentlichen lasse, Ich weiss also nicht, wie es ausgehen wird, und vermutlich werde ich es auch am 8. noch nicht wissen - aber hoffen darf man denke ich immer. Wenn es eine Chance gibt, dass er das Ganze übersteht, wie gering sie auch sein mag, dann ist Raum für Hoffnung. 

Ich wünsche mir ein weiteres Jahr, in dem ich nicht wirklich krank bin. Ja, die letzten Monate waren mandelinduziert relativ Grippe-, Angina- und Erklärungslastig, aber das sind Wehwehchen im Vergleich zu Leuten mit Krebs und was auch immer man so alles bekommen kann. Gesundheit ist ein Geschenk, das man wirklich nicht genug würdigen kann, und solange man es hat, fällt es einem gar nicht wirklich auf. Erst wenn man mal im Bett liegt und sich die Lunge gefühlt aus dem Hals hustet, kommt einem in den Sinn, wie schön es doch ist, wenn man nicht husten muss ... also, 356 weitere Tage mit wenig Husten und keinen tödlichen Krankheiten wären wirklich toll.

Ich wünsche mir, dass die Menschen, die mir wichtig sind, Teil meines Lebens bleiben. Ihr seid es, die meine Tage zu lebenswerten Tagen werden und die Abwechslung, Spaß und Freude reinbringen. Es ist schön, mit euch über Politik, Geschichte, Rollenspiel und das Leben an sich zu diskutieren, Zeit mit euch zu verbringen, Hobbys und Interessen zu teilen. Ohne euch wäre das Ganze einfach nur eine Existenz, kein echtes Leben. Ihr bereichert mich und dafür bin ich sehr dankbar. Ich hoffe, ich kann es euch in gleicher Weise zurückgeben!

Ich wünsche mir, im kommenden Jahr drei meiner unfertigen Manuskripte fertig zu bekommen. Das heisst die Arschbacken zusammenkneifen für den Autoranteil meines Selbst, und ackern wie ein Blöder. Wenn ich die initiale Hürde des 'oh mein Gott, ich muss das vermutlich komplett neu schreiben' mal hinter mich gebracht habe, dann läuft es auch wieder. Und dann habt ihr eine Menge neues Zeug zum lesen - na, ist das ein Deal?

Ich wünsche mir einen kleinen Agentenplot für meinen Hauptcharakter Lienas. Ja, da kommt dann doch noch der kleine Egoist durch. So etwas habe ich einfach ewig lange nicht mehr gespielt, war auch im letzten Jahr eher als Spielleiter denn als Spieler unterwegs, wenn es um Plots mit der Gilde ging. Es wäre einfach mal wieder schön, etwas spannendes, gefährliches zu spielen, bei dem nicht nebenher fünfzehn weitere Leute befehligt und an die Hand genommen werden müssen, denn da ist mein Anteil an Charakterspiel denkbar gering.

Tja .. mehr Wünsche habe ich nicht. Ein weiteres Jahr natürlich, sonst erlebe ich nicht, ob sich die Wünsche erfüllen - klar. Aber damit bin ich dann wirklich total zufrieden. Naja gut, einen tiefempfundenen Wunsch gibt es dann doch noch: Weniger Miezekotze im kommenden Jahr, bitte. Denn die werde ich jetzt erstmal aufwischen gehen, danke ihr nervtötenden Felldinger .... ;)

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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2 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. Ja dann wünsche ich dir das das Alles in Erfüllung geht!
    Und drücke Ben die Daumen.

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    1. Dankeschön ^^ und ich hoffe einfach, wir hören nochmal von Ben. Idealerweise von ihm selbst, weil er sich wieder erholt hat.

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