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RPG-Blog-O-Quest #48: Planung


Ein Plan überlebt nie den ersten Feindkontakt - dieser zugegeben recht militaristische Spruch zeigt aber recht deutlich, worum es auch im Rollenspiel manchmal gehen kann. Die RPG-Blog-O-Quest im September 2019 wird von Timberwere ausgerichtet und befasst sich folglich mit dem Thema "Planung".

Mitmachen dürft ihr jederzeit, wenn ihr einen Artikel, einen Podcast, ein Vlog oder ein anderes Format zum aktuellen Thema bereitstellt. Bitte verlinkt dann euren Beitrag unter dem Originalartikel, damit möglichst viele Leute was davon mitbekommen. Aber jetzt geht's erstmal zu den Fragen:

1. Wie ausführlich planst du deine Charaktere, bevor du sie in einer Runde zum ersten Mal spielst?
Das richtet sich immer auch ein bisschen nach der Spielleiterin/dem Spielleiter und dem Alter meines geplanten Charakters - junge Personen können alleine schon durch ihre Lebenszeit nicht so viele potentielle Erlebnisse auf dem Kerbholz haben wie Personen im mittleren oder fortgeschrittenen Alter. 
Generell ziehe ich es aber vor, eine Reihe an Eckdaten für den Charakter festzulegen (beispielsweise einschneidende Ereignisse) und den Rest dann im Spiel mit Anekdoten und Erinnerungen aufzufüllen, je nach Gelegenheit. Dabei halte ich mich dann aber auch an die jeweilige Lebenssituation des Chars in dem entsprechenden Moment des Lebens, damit keine zu starken Logikbrüche entstehen.

2. Wie hältst du es im Spiel – Unternehmungen wie z.B. Heists oder Shadowruns ausführlich planen oder spontan passieren lassen?
Ich halte eine grundlegende Planung für sinnvoll, gerade wenn es möglich ist, durch eine Aufklärung im Gebiet der geplanten Aktion Vorabinformationen über zB Bewegungen und Anzahl der Wachen oder zu erwartende Hindernisse zu erhalten. 
Manchmal muss eine Gruppe auch an mehreren Orten gleichzeitig aktiv sein, damit ein Heist klappt, dann geht es nicht ohne Planung - man sollte sich aber immer Optionen dafür offen halten, falls mal was schiefgeht. Und es geht ja dann doch meistens was schief, spätestens wenn ich in kritischen Situationen auf Erfolge würfeln muss...
 
3. Planst du manchmal zwischen Spielrunden, was dein Charakter in der nächsten Session sagen oder tun möchte? Und klappt das dann so, wie du es dir ausgemalt hast?
Das mache ich selten, außer es ging darum, im Off zwischen den Spielrunden etwas in Absprache mit der SL vorzubereiten, das Auswirkungen auf die kommenden Aktionen der Gruppe hatte. Ich spiele ehrlich gesagt lieber spontan, bin aber auch kreativ und flexibel genug, um das zu tun. Und jetzt einmal durchlüften nach so viel Eigenlob, bitte ... ;)

4. Was war die Aktion mit der längsten oder der kürzesten Vorausplanung, die du je im Spiel erlebt hast, und wie ist sie gelaufen?
Die definitiv längste Vorausplanung passierte in der Star Wars: Edge of Empire-Runde, in der ich über zwei Jahre lang mitgespielt habe. Wir hatten mehrere Vorbereitungs-Aktionen an einzelnen Spielabenden, um überhaupt mit unserer bunten Runde an Glücksrittern eine Chance zu haben, in eine imperiale Raumstation reinzukommen, und haben dann an einem Abend selbst noch den Heist an sich geplant. Leider kamen wir nie dazu, all das auszuspielen, weil sich die Gruppe kurz darauf aufgelöst hatte, da sich die RL-Terminfindung immer schwieriger gestaltete.

5. Hast du ein Beispiel dafür, wie in einer deiner Runden eine Vorausplanung komplett in ihr Gegenteil umgeschlagen ist?
Das erlebe ich gerade als Spielleiterin sehr oft im SWTOR-MMORPG-Rollenspiel - man plant als SL diverse Dinge, legt sich alles zurecht, und dann machen die Spieler etwas total anderes. Oder aber sie machen einen Plan und irgendwer würfelt an einem entscheidenden Punkt Mist, oder führt eine total kontraproduktive Aktion durch - und ab dann meist ziemlich chaotisch, lustig, spannend. Je mehr Mitspieler, desto höher ist auch das Risiko auf irgendeinen Ausreißer in ein Extrem. 
Bedenkt man, dass wir teilweise Plots mit fünfzehn bis zwanzig aktiven Spielern (und dann bis zu drei Spielleitern) haben, ist es vermutlich nicht schwer, sich zu überlegen, wie viel da schiefgehen kann - dagegen sind Tischrunden mit maximal fünf Spielern schon fast eine zahme Angelegenheit.

Über Gloria H. Manderfeld

2 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. Die langwierigen Vorbereitungen zu eurem Einbruch in der imperialen Raumstation bei Edge of the Empire klingen sehr interessant, vor allem, da es sich liest, als sei das nicht nur Planungsgerede gewesen, sondern eben auch ins Rollenspiel eingearbeitete Aktionen. Schade, dass eure Runde sich aufgelöst hat, bevor die Planung Früchte tragen konnte.

    Online Plots für 15+ Spieler zu leiten, kenne ich aus World of Warcraft auch. Da geht es auch gerne mal chaotisch zu und überhaupt nicht so, wie geplant. :D
    Aber noch mehr bemerke ich beim Online-RPG, dass alles viel viel langsamer abläuft als am Tisch, zumindest bei WoW. Dass dort alles bis ins kleinste Detail aus-emotet werden muss, ist mir manchmal echt zu viel, egal ob als SL oder als Spielerin. Das führt nämlich dazu, dass auch und gerade Planungen sich noch viel länger hinziehen können als ohnehin schon.

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